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Heizungen ausgefallen: Obdachlose müssen frieren

Heizungen ausgefallen: Obdachlose müssen frieren
Jürgen Heisel musste mehrere Tage ohne Heizung auskommen. Erst nach drei Tagen kümmerte sich die Stadt. FOTO: Foto: V. Buciak
Neuss. Aufregung in den städtischen Obdachlosenwohnungen an der Viersener Straße. Dort mussten die Bewohner mehrere Tage auf die Heizung verzichten. Von Violetta Buciak

"Ich leide unter einer Lungenschwäche, habe Hepatitis C. In diesem Haus leben ein alleinstehender 89-jähriger Mann, mehrere Babys und Kleinkinder – das ist ein unzumutbarer Zustand", klagte Jürgen Heisel Ende vergangener Woche. Seine Anrufe habe die Stadt Neuss nicht angenommen. "Die tun nichts für uns", so der Wohnungslose.

Auf Anfrage des Stadt-Kuriers versicherte Bürgermeister Reiner Breuer, dass Techniker vor Ort waren und die Heizung bereits am Freitag wieder lief. Am Wochenende gab es einen erneuten Ausfall der Heizung, sodass am Montag wieder Techniker vor Ort waren.

Bei der Unterkunft handelt es sich um ein Gebäude des Bauvereins. Die Stadt hat die Wohnungen als Obdachlosenunterkunft angemietet. Insgesamt stehen der Zentralen Fachstelle Wohnen 38 Wohnungen für die Unterbringung wohnungsloser Haushalte zur Verfügung.

Darüber hinaus verfügt die Fachstelle über weitere zehn Zimmer im Kolpinghaus. Derzeit werden so 105 Personen von der Fachstelle versorgt (unabhängig von der Hin und Herberge). Die Verweildauer wird aufgrund kaum vorhandener Wohnungsangebote immer länger. Zurzeit geht die Stadt von einer durchschnittlichen Verweildauer von circa 15 bis 17 Monaten aus

 

(Kurier-Verlag)