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Dirk Reimann vom zuständigen Bauverein hat Ärger
Jetzt leiden behinderte Kinder unter Parkgebühren auf Lehrerparkplätzen

Neuss. Die Parkgebühren auf Lehrerparkplätzen belasten längst nicht nur das Lehrpersonal in Neuss. Beschwerden von Anwohnern, Sportlern und Ehrenamtlern wurden längst laut. Jetzt kommt eine weitere Gruppe Benachteiligter hinzu. Wegen der Sperrbügel an der Wildparkschule können Eltern ihre behinderten Kinder nicht sicheren Fußes zum nachmittäglichen Sportangebot schicken. Stattdessen sind sie gezwungen, auf die stark befahrene Aurinstraße auszuweichen. Von Violetta Buciak

Es ist eine Horrorsituation für Eltern. Das Kind in eine Gefahrensituation bringen zu müssen, obwohl es nur zum Sportangebot gebracht werden sollte. Verkehrschaos und verärgerte Autofahrer, die ihrem Ärger Luft machen – all das mussten die Betroffenen an der Schule am Wildpark erleben. "Mein Sohn Christopher ist Autist. Jeder, der das Krankheitsbild kennt, weiß, dass mein Junge Betreuung rund um die Uhr braucht", so Rex Schulz. "Ihn auf einer viel befahrenen Straße aus dem Auto holen zu müssen, ist für uns die reinste Stresssituation. Da der Lehrerparkplatz abgesperrt ist, bleibt uns aber keine andere Wahl", so der Vater. Ein Beschwerdeschreiben reichten er und seine Frau prompt bei der Stadtverwaltung ein. Die nächste Enttäuschung: Dort lag es erstmal geschlagene acht Monate, bis es im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden diskutiert wurde. "Viel zu lang", kritisiert Thomas Kaumanns, der die Parkgebühren ohnehin für fragwürdig hält. "Ich werde auf jeden Fall für ein Ende dieses Parkplatz-Unsinns kämpfen!", so der Ratsherr entschlossen.

Auch Stellvertretender Bürgermeister Reiner Breuer wettert gegen den Beschluss: "Die Lehrerparkplätze sind zu leeren Parkplätzen geworden. Das Scheitern dieser Einführung kann nicht mehr von der Hand gewiesen werden", so Breuer.

Bevor die Gebühren wieder abgeschafft werden können, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Im kommenden Schulausschuss am 11. November dürfte das Thema auf den Tisch kommen. Am 21. November, bei der Ratssitzung, könnte dann eine Entscheidung gefällt werden.

Bis es soweit ist, soll es dennoch eine Lösung für die betroffene Gruppe geben, die weiter am Sportangebot der Lebenshilfe Neuss teilnehmen möchte. Beigeordnete Dr. Christiane Zangs äußerte dazu ihren Vorschlag beim Ausschuss für Anliegen und Beschwerden. "Ich habe mir vor Ort ein Bild von der Situation machen können und eine mögliche Alternative gefunden. Neben der Sporthalle führt ein schmaler Weg entlang, der als Feuerwehrzufahrt gekennzeichnet ist. Ich habe mit dem zuständigen Amt bereits darüber gesprochen. Die Eltern dürften ihre Kinder dort aussteigen lassen und dann wieder rückwärts rausfahren", so Dr. Zangs. "Das ist ein mehr als kurioser Vorschlag", klagt Schulz. "Ich kann meinen Sohn nicht einfach abladen und mir einen Parkplatz suchen. Er würde in der Zeit weglaufen. Ich muss aber mit ihm in die Sporthalle und ihm beim Umziehen helfen", so der besorgte Vater. "Abgesehen davon, wären es rund zehn Autos und ein Bus von der Lebenshilfe, die zur selben Zeit auf den schmalen Weg fahren müssten. Wie soll das gehen?", beschwert sich der Grimlinghausener. Bis die Verwaltung eine geeignete Alternative findet, müssen die Eltern weiterhin auf riskante Parkmanöver ausweichen.Möglicherweise löst sich das Problem durch einen längst überfälligen Beschluss von selbst...

(Kurier-Verlag)