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+++Termin kollidiert mit Job+++weniger Berufstätige engagiert+++
Junge Union fordert späteren Beginn der Polit-Sitzungen

Junge Union fordert späteren Beginn der Polit-Sitzungen
Marisa Gensler, Jean Heidbüchel und Nathalie Panitz wollen in der Lokalpolitik durchstarten. FOTO: Foto: Frank Möll
Neuss. Es tut sich was in den Reihen der Jungen Union (JU). Die Mitglieder um den Vorsitzenden Jean Heidbüchel geben sich angriffslustig, trauen sich was und bieten den alteingesessenen Ratsmitgliedern im Ernstfall auch mal die Stirn. Eine Vorbereitung für die nahe Zukunft? "Wir brauchen mehr junge CDUler im Stadtrat", weiß Nathalie Panitz. Nur eines halte viele aufstrebende Lokalpolitiker von einem Ratsmandat ab: "Die ungünstigen Sitzungszeiten der Ausschüsse und des Rates – die sind arbeitnehmerfeindlich", so die 26-jährige Bankangestellte. Von Violetta Buciak und Frank Möll

Noch immer wird die Neusser CDU in der Öffentlichkeit oft als verstaubt und altbacken wahrgenommen. Ein Blick auf die Altersstruktur der Ratsmitglieder zeigt, dass hier kaum junge Talente die Union bereichern. "Das ändern wir", ist sich Marisa Gensler sicher.

Ein Blick auf die Reihen der SPD zeigt, dass es auch anders geht. Sieben Mitglieder um die 30 sorgen dafür, dass die Sozialdemokraten die jüngste Fraktion im Neusser Rat stellen. Etwas, das auch die JUler anpeilen. "Es wird sich bei den nächsten Kommunalwahlen einiges tun. Wir wissen von älteren Kandidaten, dass sie ihr Mandat abgeben wollen – unsere Chance", weiß Heidbüchel. Das würde der Fraktion gut tun. Der Vorstand der JU ist bunt gemischt mit Handwerkern, Polizisten Lehrern und Studenten – die Mitglieder sind nah dran am Bürger, wissen wo der Schuh drückt. Besonders junge Familien rücken in den Fokus der aufstrebenden Lokalpolitiker. Denn Neuss ist familien- und kinderfeindlicher als andere Kommunen! Nach der jüngsten Berichterstattung über die Kinder- und Eltern-Abzocke in Neuss klagen unzählige betroffene Mütter und Väter auf der Stadt-Kurier-Facebook-Seite ihr Leid. "Uns Familien wird die Luft zum Atmen genommen", klagen sie.

"Es muss für Kinder und Eltern mehr getan werden. Allein das Gebäudemanagement der Stadtverwaltung kriegt es aktuell nicht hin, Schulen und Spielplätze zu sanieren. Am Spielplatz an der Viktoriastraße zum Beispiel wuchern die Brennnessel und die Schul-Toiletten sind einfach ekelhaft", erkennt Elke Schlangen die Probleme. Sie findet allerdings auch, "dass man für eine Kindergartenbetreuung ruhig ein wenig zahlen kann". Allerdings können die von Thomas Kaumanns angeschobenen Senkungen nur "ein erster Schritt" sein, so die Meinung der Bevölkerung. Und auch den neuen Bürgermeister Breuer sehen die JUler kritisch: "Er sollte sich noch mehr zeigen, als in seinen Akten zu blättern", findet Heidbüchel. Die JU traut sich wieder was!

 

(Kurier-Verlag)