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Jupp Kremer: Harte Arbeit, damit die Leute Spaß auf der Kirmes haben

Jupp Kremer: Harte Arbeit, damit die Leute Spaß auf der Kirmes haben
Jupp und Felix Kremer freuen sich schon auf die große Neusser Kirmes. FOTO: Foto: Thomas Broich
Neuss. Jupp Kremer, Chef der Schausteller im Rhein-Kreis Neuss, hat bereits ein langes Kirmesjahr hinter sich. Mit seinem „Holzheimer Grill“ ist er auf fast jedem Jahrmarkt der Gegend zu finden. Mit dem großen Neusser Schützenfest wird der Höhepunkt erreicht. Doch das Kirmesgeschäft bereitet ihm und seinen Kollegen nicht nur Freude. Von Thomas Broich

Die Schausteller ächzen derzeit unter einer kräftigen Preiserhöhung: 17 Prozent rauf beim Standgeld müssen erst einmal aufgefangen werden. Dazu kommen noch steigende Energiekosten und immer mehr Jugendliche, die statt auf die Kirmes zu gehen, lieber zuhause auf der X-Box und der Playstation zocken.

„Es sieht nicht bei allen Kollegen rosig aus“, gibt Jupp Kremer zu, „wir bemühen uns jedoch alle, den Besuchern stabile Preise zu bieten. Und den meisten ist das auch im Jahr 2015 gelungen. Bei uns kriegen Sie noch ein Bier für 1,50 Euro, während man im Zelt bereits 1,80 Euro bezahlen muss. Aber wir können die Preise auch nicht beliebig nach oben schrauben, denn wir wollen ja, dass die Leute weiter zu uns kommen.“ Dazu kommt noch das Wetter, das von Jahr zu Jahr unberechenbarer wird. In den Augen von Jupp Kremer ganz klar eine Folge des Klimawandels. „Und das wird auch nicht mehr besser werden“, ist er sich sicher.

Auch in Neuss wird es Jahr für Jahr schwieriger, eine tolle Kirmes auf die Beine zu stellen. Der Nachwuchs fehlt und auch Diebstähle und Sachbeschädigungen nehmen zu. Schaustellerin Diana Schliebs wurde in diesem Jahr sogar ein komplettes Kettenkarussell gestohlen.

„Meine Kollegen werden auch nicht jünger, und das mit dem Nachwuchs ist so eine Sache“, berichtet Kremer, „Das Kirmesgeschäft ist ein Familiengeschäft. Das geht von den Eltern auf die Kinder über. So einen Beruf wählen die wenigsten von sich aus.“

Da kann Jupp Kremer von Glück reden: Seine Tochter will zwar Grundschullehrerin werden, doch Sohn Felix will das Geschäft übernehmen. Obwohl Vater Jupp ihm ernsthaft auf den Zahn fühlte, steht für Felix fest: „Ich will Schausteller werden!“

Um die große Neusser Kirmes macht sich Kremer ohnehin keine Sorgen: „Das Interesse der Schausteller aus der ganzen Region an Neuss ist so groß, dass wir hier immer ein spektakuläres Angebot haben werden. Besonders in diesem Jahr sind wieder einige ganz besondere Attraktionen dabei. Man kann den Leuten nur zurufen: Kommt vorbei und seht Euch das an!“

(Kurier-Verlag)