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Kaarster Hilfe kommt in Nepal ganz unkompliziert zum Einsatz

Kaarst. Reiner Strauss von der Kaarster Nepal-Initiative (KNI) bedankt sich bei den Pateneltern und Förderer der KNI-Arbeit über das schnelle Engagement in der Katastrophenregion und die positive Spendenresonanz: „Wir möchten uns jetzt schon bei den schnellen Spendern sehr herzlich bedanken. Es war uns daher möglich, schon ganz schnell Geld nach Nepal zu überweisen, wo unser Projektleiter Deepak Gurung die Koordination vor Ort leitet.“ Von Thomas Broich

Am Mittwoch konnte Strauss Deepak Gurung per Handy in Pokhara beim „Großeinkauf“ erreichen, und er erfuhr, dass es Freitag mit einem gemieteten Lastwagen in Richtung des Epizentrums gehen sollte. Die offiziellen Hilfskräfte konnten die hier liegenden Orte zu diesem Zeitpunkt noch nicht erreichen. Als erste Hilfsmaßnahme müssen die im Urwald ausharrenden obdachlosen Menschen jetzt mit Wechselkleidung, Decken, Schutzzelten (der Monsunregen wird bald einsetzen) sowie Nahrung versorgt werden.

Die auf dem Lande lebenden Nepalis – fast 80 Prozent der Bevölkerung Nepals – sind es gewohnt, Trinkwasser aus Quellen zu sammeln. Dagegen stellt in der Hauptstadt Kathmandu als Ballungszentrum die Wasserversorgung ein größeres Problem dar.

„Inwieweit wir später zur Existenzsicherung einen Beitrag leisten können, kann erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Besondere Unterstützung benötigen jetzt ältere Menschen und ganz besonders Kinder, die nun Vollwaisen geworden sind“, so Strauss. „Um diese wollen wir uns jetzt auch kümmern.“

In Pokhara werden 92 Patienten in einem Krankenhaus über ein Team unter der Leitung von Prema Gurung (Deepak’s Frau) versorgt. Nepal-Experte Reiner Strauss zeigt sich beeindruckt vom Zusammenhalt in der Krisensituation: „Wir können hier eine große gegenseitige Hilfsbereitschaft feststellen! Für den ersten Moment ist Improvisation manchmal hilfreicher als einer strengen organisatorischen Struktur zu folgen. Hier spürt man auch wieder ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen, wenn es um die Koordination von Hilfsmaßnahmen geht.“

Thomas Broich

(Kurier-Verlag)