| 11.52 Uhr

Kappessonntagszug – Das wird mit Sicherheit ein großer Spaß! Ein Rekord-Umzug erwartet die Neusser am Wochenende

Kappessonntagszug – Das wird mit Sicherheit ein großer Spaß! Ein Rekord-Umzug erwartet die Neusser am Wochenende
Die Stadtwerke statten die Kappeszug-Helfer mit Schutzwesten aus. FOTO: Foto: Thomas Broich
Neuss. Wenn sich am Sonntag der Kappeszug als „närrischer Lindwurm“ durch Neuss schlängelt, ist die Sicherheit das ganz große Thema. Nicht nur wegen der „traurigen und unschönen Dinge, die derzeit auf der ganzen Welt geschehen“, wie Karnevalsausschuss-Präsident Jakob Beyen betont, sondern auch, weil das bei so einem Rekord-Umzug einfach unverzichtbar ist. Von Thomas Broich

So viel Kappeszug gab es noch nie: Mehr als 3.000 Karnevalisten werden am kommenden Sonntag durch die Straßen ziehen. Außer den Sicherheitskräften der Stadt Neuss sind noch 700 Mitglieder des Karnevalsausschusses und über 100 weitere Helfer im Einsatz. Fast 40 Großwagen können diesmal bestaunt werden, so viele, wie noch nie zuvor! Auch die Mitgliederzahl des Karnevalsausschusses ist seit 2015 um 46 Prozent angewachsen.

Am Sonntag startet der Kappessonntagsumzug um 13.11 Uhr an der Zollstraße. Das große Sicherheitskonzept wurde in der vergangenen Woche von den Ämtern genehmigt, aber Gedanken machen sich die Karnevalisten vor allem über die kleinen Dinge, über Gefahrenquellen, auf die sie nur bedingt Einfluss haben. Das wichtigste Thema ist dabei das Glasverbot in der City. Während die Gastronomen bereits dazu verpflichtet wurden, Getränke im Freien nur in Kunststoffgefäßen auszuschenken, ist die Durchsetzung bei Privatpersonen schwieriger. Deshalb warnt KA-Präsident Beyen auch mit aller Dringlichkeit: „Man muss sich vor Augen führen, dass Leichtsinn schlimme Folgen haben kann. Wenn man sich vorstellt, wie ein Kind in die Scherben eines zerbrochenen Schnapsflächchens tritt – da kann es sich Verletzungen zuziehen, deren Folgen es ein Leben lang begleiten werden.“

Überhaupt ist das Publikum ein schwer berechenbarer Faktor. Kamelle-Jäger werden von Jahr zu Jahr ehrgeiziger. Für besonders Gierige, die ihre Beute mit aufgespannten Regenschirmen abgreifen wollen, haben die Wagenbesatzungen bereits eine Strategie entwickelt: die süßen Gaben werden gezielt und möglichst weit in die Menge geworfen – vorbei an irgendwelchen Fang-Vorrichtungen. Sogar den idealen Wurf-Winkel trainieren die Narren auf den bunten Wagen im Vorfeld.

Zugleiter Ralf Dienel beobachtet, dass bei vielen Kindern – aber auch bei immer mehr Erwachsenen – in den vergangenen Jahren Aggression und Rücksichtslosigkeit zugenommen haben, wenn es darum geht, das Wurfmaterial von der Straße zu klauben. „Besonders schlimm ist das im Bereich Hermannsplatz, Kapitelstraße und Krefelder Straße“, so Dienel. Auch hier bleibt den Karnevalisten nur, an die Narren zu appellieren und auf die gute Arbeit der „Wagenengel“ zu vertrauen, die den Zug begleiten und für Ordnung sorgen.

KA-Präsident Beyen kann aber auch diesem Umstand etwas positives abgewinnen: „Das zeigt, wie begehrt unsere Gaben sind. Wir haben in Neuss nur hochwertiges Wurfmaterial, von dem auch noch zehn Prozent fair gehandelt sind. Da bleibt auf jeden Fall nichts liegen!“

Ganz besondere Gäste können die Neusser Narren rund um das Prinzenpaar Dieter III. und Anita I. in diesem Jahr begrüßen: das Prinzenpaar aus der US-Partnerstadt Saint Paul Linda und Franz Petruska wird in diesem Jahr den Neusser Karneval begleiten. Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Neuss e.V. (DAGN) hat neun Mitglieder vom Spielmannszug Minnesota zu Gast, sie nehmen mit einem eigenem Wagen am Kappessonntagsumzug teil.

Thomas Broich

(Kurier-Verlag)