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Parteivorsitzende von SPD und CDU zeigen Einigkeit:
Kein "weiter so"!

Parteivorsitzende von SPD und CDU zeigen Einigkeit:: Kein "weiter so"!
Die Chefs der beiden großen Parteien Dr. Jörg Geerlings (CDU) und Benno Jakubassa (SPD) haben null Toleranz gegenüber allen Kriminellen und wollen auch die Frauen in den Neusser Flüchtlingsheimen schützen. Bis in den frühen Dienstagmorgen (1 Uhr) tauschten sie ihre Standpunkte aus. FOTO: Foto: Frank Möll
Neuss. Die Parteichefs von CDU und SPD, Dr. Jörg Geerlings und Benno Jakubassa, haben am Montag bis 1 Uhr nachts über die angespannte Lage nach den Übergriffen von Flüchtlingen gesprochen. Beide sind sich einig: "Kein weiter so!" Von Frank Möll

In Krisenzeiten stehen die großen Volksparteien zusammen. Den Parteichefs von CDU und SPD liegt Neuss am Herzen. Am Montag diskutierten sie bis weit nach Mitternacht über die Sicherheit in Land und Stadt. "Die Verbrechen in Köln wie auch in anderen Städten sind zutiefst schockierend. Wir müssen erkennen, dass ein Teil der zu uns gekommenen Asylbewerber sich nicht an unsere Gesetze hält und frauenfeindliche, antisemitische und homophobe Einstellungen vertritt", spricht CDU-Chef Geerlings Klartext. "Köln hat gezeigt, dass nichts mehr verschwiegen oder beschönigt werden darf. Auch müssen wir als Gesellschaft unseren Standpunkt klarmachen: Wir haben null Toleranz gegenüber Kriminellen, sowohl inländischen als auch ausländischen."

Für Asylbewerber müssen kriminelle Handlungen ebenfalls Auswirkung auf ihr Asylverfahren haben. Dies sei besonders im Interesse derjenigen Flüchtlinge, die sich vorbildlich an unsere Gesetze halten, von äußerster Wichtigkeit, sind sich beide Parteichefs einig.

Benno Jakubassa weist auch auf die Zustände in den Asylunterkünften hin und will auch die dort lebenden Frauen und Kinder vor der Gruppe der kriminellen Nordafrikaner schützen, die aber keinesfalls die Mehrheit bilden. "Die meisten Menschen, die bei uns Schutz suchen, sind anständig", so Jakubassa.

CDU-Chef Dr. Geerlings macht sich sorgen um die vor dem Rathaus versammelten Afrikaner, die dort das freie W-Lan nutzen. "Die Neusser Bürger fühlen sich unwohl. Wir bekommen viele Beschwerden." Zur Wahrheit gehöre auch, dass Diebstähle und Gewalt nicht erst seit Silvester zur Tagesordnung in vielen Städten in unserem Land gehören. "Die Landesregierung hat dies konsequent ignoriert," so Geerlings, der selbst einen nordafrikanischen Täter in Neuss bei der Polizei identifizieren konnte.

Benno Jakubassa wies aber darauf hin, dass Deutschland bereits 1990 bis 1993 jährlich über eine Million Flüchtlinge aufgenommen hatte und dies auch geschafft habe. Die meisten von ihnen seien auch wieder in ihre Heimat gegangen.

(Kurier-Verlag)