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Landrat Petrauschke: „Trotz guter Zahlen, Polizei ruht sich nicht aus“

Landrat Petrauschke: „Trotz guter Zahlen, Polizei ruht sich nicht aus“
Hans-Werner Winkelmann, Detlef Gernandt und Hans-Jürgen Petrauschke (von links nach rechts.) stellten die Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung 2015 vor. FOTO: Foto: Julia Schäfer
Neuss. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke stellte jetzt die Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2015 vor und zeigte sich sehr zufrieden. Die haben sich in beinahe jedem Bereich verbessert – auch dank der Mithilfe der Bürger. Von Julia Schäfer

"Die Sicherheitslage im Rhein-Kreis Neuss ist laut Statistik stabil! Bei uns wird jede zweite Straftat aufgeklärt", freut sich der Landrat, der aber verspricht, sich auf diesen Ergebnissen nicht auszuruhen: "Aber ich finde es trotzdem toll, Chef von dieser guten Polizeibehörde zu sein!"

Jedes Jahr gibt es Fälle, die einem im Gedächtnis bleiben. So kam es zum Beispiel im Februar 2015 zu einem Unfall auf der A46. Nach einem Einbruch war einer der Täter zu Fuß auf die Autobahn geflüchtet und wurde von einem Pkw erfasst. Er erlag seinen schweren Verletzungen.

Erstaunlich ist, dass die Zahl der Einbrüche mit 28 mehr als im Vorjahr nur minimal angestiegen ist wie Petrauschke berichtet: "Viele Bürger haben aber den Eindruck, dass die Zahl noch höher sein müsste. Viele Menschen fühlen sich unsicher. Wir sind in diesem Punkt auch noch nicht zufrieden, denn wir wünschen uns, dass die Zahl rückgängig wird. Deshalb setzen wir auch vermehrt auf die Hilfe der Bürger. Machen Sie es selbst den Einbrechern immer schwerer! Fast die Hälfte der Einbruchsfälle bleibt bei einem Versuch. Die Polizei berät gerne, wie Haus und Wohnung sicherer werden." Und auch ein wachsames Auge ist hilfreich: Wer verdächtige Beobachtungen macht, sollte sich nicht scheuen, die 110 zu wählen. Denn noch gibt es im Jahr 1.558 Einbruchsdelikte im Kreis, das sind etwas mehr als vier Einbrüche am Tag.

Dass wachsame Mitbürger aktiv dazu beitragen können, Verbrechen zu bekämpfen, zeigt ein aufmerksamer Neusser. Ihm wurden Waren wie hochwertige Handys zu einem günstigen Preis angeboten.

Das kam ihm zurecht nicht ganz geheuer vor und er alarmierte die Polizei, die daraufhin einen Betrüger festnehmen konnte. Dieser traf sich mit den Opfern in einem Gewerbegebiet, betrat über eine Rampe ein Gebäude, nachdem er das Geld hatte, um angeblich die Ware zu holen. Statt dessen verschwand er. Ihm konnte dank des Hinweises aus der Bevölkerung das Handwerk gelegt werden.

Rückgängig sind die Zahlen bezogen auf Kriminalitätsfälle. Sie sind im Kreis auf 30.788 (um -4,39 Prozent) gesunken. "Ich bin stolz, dass wir hier eine Aufklärungsrate von 50,72 Prozent vorweisen können - das liegt über dem Landesschnitt", berichtet Hans-Werner Winkelmann, Leiter der Direktion Kriminalität. Auch bei der Straßenkriminalität gibt es gute Nachrichten: Mit 9.097 Fällen wurden 364 weniger Delikte registriert. Gewaltkriminalität wurde 2015 mit 769 registrierten Fällen leicht erhöht, hier liegt die Aufklärungsquote bei 75,94 Prozent.

Beliebt bei den Straftätern sind Delikte aus, in und an Kraftfahrzeugen. Hier haben es die Übeltäter besonders auf die fest eingebauten Navis abgesehen (in 2015 waren es in diesem Bereich 2.667 Fälle, 239 Delikte mehr als im Vorjahr). "Es gilt ganz klar: Lassen Sie keine Wertgegenstände im Auto", so Detlef Gernandt, Abteilungsleiter bei der Polizei.

(Kurier-Verlag)