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FOTO: R. Retzlaff
Der Bericht "Kahlschlag in Neuss: Seit 2016 wurden 2.847 Baume gefällt – nur 848 gepflanzt" vom 24. November sorgte für große Diskussionen bei unseren Lesern. Zahlreiche Zuschriften erreichten unsere Redaktion.

Mit großem Interesse habe ich gerade Ihren Artikel "Kahlschlag in Neuss" gelesen, denn mir selber fällt auch schon seit einiger Zeit ganz unangenehm auf, dass in unserem Stadtgebiet immer mehr Bäume verschwinden. Zum Beispiel komme ich berufsbedingt oft an der Eppinghovener Mühle vorbei. Befand sich dort noch vor Sturm "Ela" ein dichter kleiner Wald, so steht dort inzwischen so gut wie kein Baum mehr. Aber nicht, weil "Ela" dort 2014 alle Bäume umgeworfen hat, sondern verschwanden die Bäume dort nach und nach. Dies ist auch an anderen Stellen in Neuss zu beobachten. Ihrem Artikel entnehme ich, dass dies noch Spätfolgen von "Ela" sein könnten. Wenn dem so ist, dann ist die Abholzung ja legitim und notwendig, aber die Wiederaufforstung, die ebenso notwendig ist, findet leider weitestgehend nicht statt. Ich wohne auf der Plankstraße, etwa 150 bis 200 Meter vom Jostensbusch entfernt. Unsere Straße wird hauptsächlich von Buchen gesäumt, die durch "Ela" etwa ein Viertel ihres Bestandes einbußen mussten (Neupflanzungen wurden hier allerdings bereits seitens der Stadt vorgenommen). Die verbliebenen Buchen haben dieses Jahr scheinbar besonders viele Samen abgeworfen, denn zum ersten Mal seit den acht Jahren, die ich nun hier wohne, haben gleich vier Buchen-Samen in den Blumenkästen auf meinem Balkon im wahrsten Sinne des Wortes "Fuß gefasst". Ich habe sie natürlich wachsen lassen. Inzwischen sind sie etwa 40 Zentimeter groß und ich hatte ohnehin vor, die vier kleinen Bäumchen im Jostensbusch auszupflanzen. Da Sie in Ihrem Artikel schreiben, dass im Jostensbusch auch Neupflanzungen von Nöten sind, würde ich natürlich meine vier kleinen Buchen dort gerne einsetzen. Schön wäre, wenn in Erfahrung zu bringen wäre, an welchen Stellen im Jostensbusch die kleinen Bäume aufgestellt werden sollen. Ich würde sie gerne dort auspflanzen, auch ihr Wachstum betreuen. Sicherlich gibt es auch noch andere Anwohner, die ein paar kleine Keimlinge im Garten oder Blumenkasten haben und sich beteiligen könnten. Nicht nur im Jostensbusch, sondern im gesamten Rhein-Kreis. Bei veranschlagten 700 Euro pro neugepflanztem Baum sicherlich eine interessante Bürgerbeteiligung, die Steuern einsparen könnte und den Bürgern mehr "Wir-Gefühl" gibt.
André Guder per E-Mail

Ich freue mich, dass dieses Thema endlich öffentlich in Ihrer Zeitung angesprochen wird. Es regt mich seit Jahren auf, wie brutal Neuss mit Baumfällungen oder Rückschnitten umgeht. Entweder werden Fällungen aufgrund von "Ela" oder den Nachwirkungen kurz abgespeist oder Nacht-und Nebelaktionen gestartet. Das Paradebeispiel ist, wie in Ihrem Artikel beschrieben, die 100-jährige Buche in Gnadental. Eine Unverschämtheit ohnegleichen, was sich die Stadt da erlaubt. Interessant ist auch, wie plötzlich ein Baum nach dem anderen als krank eingestuft wird. Das stinkt doch gen Himmel, denn meistens stecken wirtschaftliche Interessen dahinter, sonst nichts. Wer stellt eigentlich fest, ob ein Baum erkrankt ist? Die Stadt? Da es sich vermutlich kein Bürger leisten kann, ein Gegengutachten einzuholen, hat die Stadt ein leichtes Spiel. Außerdem besteht eh keine Zeit dazu, denn zwischen Veröffentlichung und tatsächlicher Fällung liegen meist nur einige Tage. Vielen Dank Frau Arndt für Ihre Anfrage. Ich hoffe sehr, dass sie zu vielen Neupflanzungen führt. Eigentlich müssten für einen gefällten Baum mindestens zwei oder drei neue Bäume gepflanzt werden. Wie viele Jungbäume könnten eine 100-jährige Buche ersetzen?
S. Margraf, Neuss / Gnadental

Es ist eine informative Gedenkstätte über Napoleons Besuch geworden. Schade nur, dass für die Umgestaltung an der Selikumer Straße Ecke Nordkanalallee so viele Bäume weichen mussten. Auch an der Wasserschleuse wurde alles versiegelt, was aufgrund des vorhandenen Platzes entlang des Geländers nicht nachvollziehbar ist. Eigentlich wäre genug Platz gewesen, sowohl vor oder hinter der Bildertafeln, um wieder einige Neuanpflanzungen vorzunehmen. Ich bin sicher, Napoleon fühlt sich auch im Grünen wohl. Etwas mehr Grün tut unserem Stadtklima gut.
Ulrike Lobergh, Neuss

 

(Kurier-Verlag)