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Messerstecherei in der City: Es waren Sinti und Roma – CDU zeigt vor Ort Flagge Vizebürgermeister Dr. Jörg Geerlings: „Wir stellen uns gegen jede Form von Gewalt“

Messerstecherei in der City: Es waren Sinti und Roma – CDU zeigt vor Ort Flagge Vizebürgermeister Dr. Jörg Geerlings: „Wir stellen uns gegen jede Form von Gewalt“
Landtagskandidat Dr. Jörg Geerlings geht mit dem CDU-Infostand dahin, „wo es weh tut“. Gemeinsam mit Staatsanwalt Alexander Dierselhuis und Karl-Heinz Schnitzler vom LKA (von links nach rechts) hörte er sich die Sorgen der Anwohner an. FOTO: Foto: Frank Möll
Sicherheit kämpfen. Vizebürgermeister Dr. Jörg Geerlings (CDU) hat ein Problem damit, wenn bei der Massen-Messerstecherei und dem Schusswaffengebrauch mitten in der Neusser City verharmlosend von einem „Familienstreit“ gesprochen wird. Er will für mehr Von Frank Möll

Neuss.

Da, wo sich nur noch wenige hintrauen, hat Jörg Geerlings einen CDU-Stand aufgebaut. Mit vor Ort seine Parteifreunde Staatsanwalt Alexander Dierselhuis (den viele gerne als künftigen Bürgermeisterkandidaten sehen) und Karl-Heinz Schnitzler vom LKA, der viele Jahre lang im Kreistag Politik macht.

Die Hafenstraße war im August aufgrund einer großen Polizeiaktion in aller Munde. Deutschlandweit berichteten die Medien von einem eskalierenden „Familienstreit“.

Wie jetzt Polizeisprecherin Diane Drawe auf Anfrage des Stadt-Kuriers bestätigte, handelte es sich bei der Personengruppe um Sinti und Roma und verwandte Gruppen, die allerdings schon lange in Neuss leben. Betreut wurden diese von der ehemaligen Zigeunerseelsorge der katholischen Kirche um Bischof Trelle.

Die Anwohner diskutierten gerne mit, wollen aus Angst aber nicht ihr Gesicht zeigen. „Wir erhoffen uns stärkere Polizeipräsenz. Auch nachts“, so eine Nachbarin des Clubs, von dem die Gewalt offenbar ausgeht. Anliegende Geschäftsleute befürchten aufgrund der Polizeieinsätze, dass die Gegend in Verruf komme. Hier haben sich einige ausländische Unternehmen angesiedelt, die mit den Gewalttätern nicht „in einen Topf“ geworfen werden wollen.

Sie schilderten die Ereignisse des Einsatzes in allen schlimmen Details. So sprachen sie auch von Schusswaffengebrauch. Eine langjährige Anwohnerin lobte das Miteinander mit ausländischen Mitbürgern und hofft, dass aufgrund solcher Vorkommnisse der Neusser Bürger differenzieren kann. Nicht alle Ausländer seien kriminell. Ein anwesender Polizist am Infostand ermutigte die Anwesenden, in Zweifelsfällen und unklaren Situationen die Polizei anzurufen.

„Wir müssen genau darauf achten, was in unserer Stadt passiert. Ein entscheidend wichtiges Mittel ist dabei unsere Polizei und ihre Präsenz“, so Jörg Geerlings. Die Polizei müsse auf der zuständigen Landesebene besser ausgestattet werden, kritisierte Geerlings die SPD- Landesregierung. Geerlings hatte ein Sicherheits-Parteitag abgehalten und will die Ergebnisse mit der CDU-Mehrheit nun im Rat der Stadt Neuss umsetzen.

Frank Möll

(Kurier-Verlag)