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Nach vergessenem Beschluss Straßen doch nach Widerstandskämpfern benannt

Nach vergessenem Beschluss Straßen doch nach Widerstandskämpfern benannt
Peter Ott ist froh, dass in Neuss zwei Straßen nach Widerstandskämpfern benannt worden sind. FOTO: Violetta Buciak
Grimlinghausen. Seit mehr als 40 Jahren hat sich die Neusser SPD dafür eingesetzt, dass in Neuss zwei Straßen nach Widerstandskämpfern benannt werden sollen. 2009 erfolgte dann der Beschluss: Der Kulturausschuss einigte sich darauf, dass die Idee in dem Neubaugebiet Cyriakusstraße / Bonner Straße umgesetzt werden sollte. Bis zur Umsetzung vergingen weitere sieben Jahre. Von Violetta Buciak

"Ursprünglich war es geplant, dass solange gewartet werden sollte, bis das Neubaugebiet nahezu fertig gestellt worden ist. Bereits Ende 2014 waren alle Einfamilienhäuser gebaut worden. Allerdings wurden die Straßenschilder nicht angebracht", so Stadtverordneter Peter Ott. "Eine Nachfrage bei der Verwaltung im Spätherbst 2015 hatte dann zu meiner Überraschung ergeben, dass die Umsetzung vergessen worden war", erklärt Ott.

Nachdem der Ratsherr darauf drängte, dass dieser einstimmige Beschluss unverzüglich umzusetzen sei, hat sich doch noch etwas getan. Im Januar wurde eine Straße nach Franz Sistemich benannt. Vor wenigen Wochen ist eine weitere Straße nach Hermann Düllgen benannt worden. Der in der Brandgasse wohnende Maurer und Redakteur der Zeitung "Freiheit" war Stadtverordneter der KPD.

Sistemich war Journalist und Stadtverordneter der SPD. Beide waren bei der Kommunalwahl am 5. März 1933 noch frei gewählt worden, wurden jedoch bereits vor der ersten Sitzung des Rates von den Nazis verhaftet, in Schutzhaft genommen und wegen Vorbereitung zum Hochverrat beziehungsweise illegaler Verteilung antifaschistischer Schriften verurteilt.

"Es ist wichtig, dass diese mutigen Widerstandskämpfer nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb bin ich froh, dass die Verwaltung reagiert hat", so Ott.

 

(Kurier-Verlag)