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Stellvertretende Bürgermeisterin (CDU) will Platz für junge Leute machen
Überraschung im Rat: Nach zehn Jahren legt Brigitta Thönißen ihre Ämter nieder

Nach zehn Jahren legt Brigitta Thönißen ihre Ämter nieder
Brigitta Thönißen, Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin, legt im März ihre Ämter nieder. FOTO: Hanna Loll
Kaarst. "Es fällt mir sehr schwer, aber nach zehn Jahren habe ich mich dazu entschieden, den Stadtrat zu verlassen", verkündet die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitta Thönißen (CDU) überraschend die bevorstehende Niederlegung ihrer Ämter. Dem Kaarster Extra-Tipp erzählt die 69-Jährige von ihren Beweggründen. 

Die Christdemokratin Brigitta Thönißen ist weit über ihren Wahlkreis, dem Alten Dorf, hinaus bekannt und beliebt bei den Kaarster Bürgern. Mit ihrer Kaffee-Aktion für bedürftige Kaarster, ihrer Arbeit im Kuratorium der Sparkasse Neuss, ihrem Einsatz für Kinder und Jugendliche – nicht nur im Jugendhilfeausschuss – hat sie sich bei Politik, Verwaltung und Bürgerschaft beliebt gemacht. Nicht zuletzt durch ihr Amt als stellvertretende Bürgermeisterin beweist sie stets ein offenes Ohr für die Kaarster. 

"Es fällt mir auch sehr schwer, zu gehen, denn ich habe schon immer gern mit Menschen gearbeitet. Auch die Arbeit mit der Fraktion und dem Rathaus gefällt mir gut", versichert die engagierte Kaarsterin. "Aber für mich war klar, dass ich bei der Kommunalwahl 2020 nicht noch einmal antreten werde und ich bin der festen Überzeugung, dass die Bürger vor der Wahl das Recht haben, meinen Nachfolger kennenzulernen – und andersherum." 
Und auch den Zeitpunkt hat sie sich gut überlegt: "Ende März werde ich 70 Jahre alt, seit zehn Jahren bin ich im Stadtrat. Die Ratssitzung am 21. März wird meine letzte sein", erklärt sie. Zeit, den Platz zu räumen und jüngeren Parteimitgliedern eine Chance zu geben, findet sie. 

Generell ist ihr die Arbeit im Hintergrund lieber, die sie natürlich nicht aufgibt: "Dem Ortsverband bleibe ich erhalten und auch meine Projekte wie der Kaffee für die Kaarster, die auf die Hilfe der Tafel angewiesen sind, führe ich natürlich fort", verspricht sie, auch weiterhin ein offenes Ohr für die Kaarster zu haben. "Schließlich muss man kein Amt haben, um für die Kaarster Bürger da zu sein."

Vieles wird ihr fehlen, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin, denn sie habe in Ausübung ihrer Ämter viele Menschen kennengelernt, die sie fast ausnahmslos als freundlich kennen gelernt habe. Nur die Ratssitzungen – die werde sie nicht ganz so sehr vermissen. "Der Umgang miteinander schien häufig schwierig", beschreibt sie diplomatisch kleine und große Streits zwischen den Fraktionen."Wir können für die Bürger nur etwas erreichen, wenn wir miteinander arbeiten – und auch die finanziellen Seiten von neuen Projekten ausreichend beleuchten. Manchmal geht es auch eine Nummer kleiner...", mahnt sie noch.

CDU-Chef Lars Christoph hat die Nachricht mit "großem Bedauern" aufgenommen. "Es ist natürlich schade, dass sie sich entschlossen hat, zu gehen, denn sie ist mit ihrer herzlichen Art und ihrem großen Engagement eine geschätzte Kollegin. Sie hat viel für die Stadt bewegt – auch zahlreiche Dinge, die sie auf dem kleinen Dienstweg schnell und unproblematisch geregelt hat", zeigt sich Christoph respektvoll. Seiner Kollegin wünscht er nur das Beste.

Auf der Nachrückerliste steht aktuell Bodo Korzeniewsky ganz oben, der daher bald ihren Sitz im Stadtrat für den Rest der Amtsperiode einnehmen könnte. Das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters wird der Stadtrat neu besetzen. Jetzt genießt Thönißen ihre letzten Wochen im Amt und verspricht: "Danach werde ich nicht nur zu Hause sitzen und stricken – ich bleibe weiter engagiert!"