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Neubaugebiet Uedesheim auf Vormarsch: Das kommt auf die Bewohner zu

Uedesheim. Das Neubaugebiet in Uedesheim ist bereits seit rund vier Jahren im Gespräch. Jetzt werden die Pläne immer konkreter und die Fragen der Anwohner häufen sich. „Wird der Berufsverkehr jetzt unerträglich? Kann das Schützenfest wie gewohnt stattfinden? Bleibt die Umgebung grün?“ Sorgen, denen sich jetzt Verantwortliche der Stadt Neuss stellten. Von Violetta Buciak

Ortstermin auf dem Uedesheimer Kirmesplatz: Stefan Crefeld, Bezirksausschussvorsitzender in Uedesheim, trifft sich zum Gespräch mit dem Stadt-Kurier, um über das geplante Neubaugebiet zu sprechen. Auf einer Fläche von 84.260 Quadratmetern sollen hier 150 Wohneinheiten Platz finden. Kaum rollt Crefeld die Pläne dazu aus, kommen nach und nach einige Bürger dazu, die ihn mit Fragen löchern. Geduldig versucht der Ratsherr auf alle Anliegen einzugehen. Letztendlich steht fest: Die Anwohner wollen das Neubaugebiet – sie machen sich nur Sorgen über die Begleiterscheinungen und wollen genau wissen, was auf sie zukommt.

Bei einer Bürgerversammlung informierte die Stadt Neuss interessierte Anwohner über die

Entwicklungen. Seit der Vorstellung der ersten Entwürfe im Januar hat sich viel getan. Neu auf dem Plan ist unter anderem eine Kita, die die Bedürfnisse junger Familien decken soll. Neben eingeschossigen Gebäuden sollen auch zwei- und dreigeschossige entstehen, um ein dynamisches Bild zu schaffen. Daneben sind großzügige Grünflächen und parkähnliche Gebiete in der aktuellen Planung bedacht worden.

Dennoch wurde bei der Informationsveranstaltung deutlich, dass es nicht nur positive Stimmen zum Neubaugebiet gibt. „Ich wohne auf der Macherscheider Straße. Dort gilt Tempo 30 und schon jetzt wird viel gerast. Ich habe Enkelkinder und mache mir Sorgen, dass die Verkehrssituation durch das Neubaugebiet noch schlimmer wird“, klagt ein Rentner. Und nicht nur er befürchtet besonders zu Stoßzeiten Verkehrschaos. „Hier können wir ganz klar sagen, dass diese Sorgen unberechtigt sind“, beschwichtigt Crefeld. „Ein Gutachter hat die aktuelle Verkehrslage im Ort überprüft und Prognosen abgegeben. Er hat uns glaubhaft versichert, dass die Verkehrsqualität ausreichend bis sehr gut gewährleistet sein wird“, so Crefeld. Untersucht wurden jeweils im Frühjahr und Herbst fünf Knotenpunkte im Ort, darunter die Zufahrten zur Bonner Straße. „Aufgrund der Erkenntnisse besteht derzeit kein Bedarf, weitere Zufahrtsstraßen zu schaffen“, erklärt der Vorsitzende des Bezirksausschusses in Uedesheim. Aber nicht nur der Verkehr lässt Viele die Stirn runzeln. Besonders die Schützen bangen um ihr Fest, sehen den Höhepunkt des Jahres gefährdet. „Können wir unserem Fest nachgehen, ohne Beschwerden der Anwohner befürchten zu müssen, weil die Feier zu laut ist?“ Eine Frage, die so manchem Schützen auf der Seele brennt. Auch hier gibt Crefeld Entwarnung: „Dank einer Lärmschutzwand am Schießstand ist eine weitere Nutzung des Schießstandes in den genehmigten Zeiten möglich. “, so der Ratsherr. Sport und Schützenwesen sollen nach wie vor wie gewohnt laufen.

Trotzdem: Mit dem Neubaugebiet kommen einige Veränderungen auf die Bürger zu. Dennoch sehen viele Volksvertreter diesen Schritt für notwendig an. Crefeld ist ein starker Befürworter des Neubaugebietes und setzt sich dafür ein, dass es baldmöglichst realisiert wird. „Wir brauchen es, um unsere Nahversorgung zu gewährleisten. Wir haben derzeit 4.438 Einwohner und ich weiß, dass die Lebensmittelmärkte ganz hart kalkulieren. Dort rechnet man mit einer Mantelbevölkerung von rund 5.000 Bürgern“, argumentiert der Wahl-Uedesheimer. „Natürlich können wir mit dem Neubaugebiet nicht versprechen, dass die gute Nahversorgung gewährleistet bleibt – aber wir können dazu beitragen, dass die Wahrscheinlichkeit dafür viel höher ist“, so Crefeld.

(Kurier-Verlag)