| 19.01 Uhr

Radler ärgern sich über Schlaglöcher+++Neue Idee gegen Gänseplage?
Neue Sorgen am Jröne Meerke: Blaue Fietsallee niedergemäht

Neue Sorgen am Jröne Meerke: Blaue Fietsallee niedergemäht
Karl-Heinz Schnitzler ist fassungslos: Eine der blauen Stelen, die die Fietsallee säumen, liegt im Gestrüpp am Jröne Meerke. Wäre es nicht so traurig, müsste er lachen. FOTO: Collage: H. Loll / F. Möll
Neuss. Neusser Radfahrer kennen und schätzen sie: Die rund 100 Kilometer lange Fietsallee, gekennzeichnet durch blaue Stelen entlang des Nordkanals, die auch durch Neuss führt. Kurz nachdem Neuss offiziell zur fahrradfreundlichen Stadt erklärt wurde, hatte die Fietsallee im Rahmen der "Grünpflege" nun das Nachsehen... Von Hanna Loll

Die unendliche Geschichte auf der Furth: das Sorgenkind Jröne Meerke. Nachdem Sturm Ela an Pfingsten 2014 gewütet und das Naherholungsgebiet im Chaos zurückgelassen hat, hatte das Neusser Grünflächenamt so seine Probleme mit der Wiederherstellung der kleinen grünen Oase auf der Neusser Furth. Das ist inzwischen über zwei Jahre her, doch trotz Maßnahmen wie der Task Force Grün hat das Amt nach wie vor Schwierigkeiten, die Grünflächen im Stadtgebiet in einem guten Zustand zu halten (wir berichteten).

Diese Stele muss mit einiger Kraft abgebrochen worden sein. FOTO: Hanna Loll

Am Jröne Meerke wurde pünktlich zum Herbstbeginn der Radweg, ein Teilstück der "Fietsallee am Nordkanal", von einigen Brennnesseln befreit. "Das nenne ich nicht Grünpflege!", beschwert sich Karl-Heinz Schnitzler, der seit 2004 im Kreistag die Politik mit prägt und im Grünpflegeausschuss saß. "Ich fahre gern im Bereich des Nordkanals mit dem Rad, allein um der Gefahrenquelle auf den dicht befahrenen Straßen der Furth zu entgehen. Doch mittlerweile wird selbst der Radweg schon fast zur Gefahr", so Schnitzler. "Mit schwerem Gerät muss dort gemäht worden sein – die Brennnesseln am Rand mögen weg sein, dafür ist der Radweg nun noch schwerer befahrbar als vorher. Tiefe Furchen und riesige Rillen erschweren die Fahrt. Außerdem wurden einige Stelen der Fietsallee gleich mit ausgerissen und dann einfach liegen gelassen..."

Es ist ein Auf und Ab mit den Gänsen am Jröne Meerke. Noch ist keine Lösung gefunden worden. FOTO: Rolf Retzlaff

Doch die wohl größte Sorge der Nordstädter sind die Gänse. Derzeit ist der riesige Schwarm zwar nicht am Jröne Meerke, doch die Vergangenheit hat gezeigt: Sie kommen sicher wieder. Zahlreiche Maßnahmen der Stadt, um das Federvieh zu vertreiben, erzielten nur vorübergehend einen Effekt – oder eben keinen. Ein Stadt-Kurier-Leser hat sich nun in Koblenz eine neue Idee geholt, denn dort hatte ein Freibad mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Bewegungsgesteuerte Lautsprecher, die morgens und abends lautstark Schreie von Raubvögeln abspielten, sollen die Gänse vertrieben haben. Ob das auch in Neuss die Lösung bringen könnte – und was wohl die Anwohner zu lautstarkem Vogelgekreische sagen würden?