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Neue Sterne am Karnevalshimmel

Neue Sterne am Karnevalshimmel
Neu in den Reihen der „Kappesköpp“: „die Heiopais“ und der „kölsche Köbes“. FOTO: Fotos: Thomas Broich
Neuss. Am Samstag waren nicht alle Tische im Thomas-Morus-Haus auf der Neusser Furth besetzt. Der Grund – eine Melange aus mehreren Faktoren: schönes Wetter, Feiertag und Ferienbeginn! Das war schade, denn was die Gastgeber, die Neusser „Kappesköpp“, zu bieten hatten, konnte sich sehen lassen. Darunter zwei neue Sterne am Neusser Karnevalshimmel. Von Thomas Broich

Der Künstlerstammtisch „Kappesköpp“ Neuss ist eine Vereinigung der Karnevalsschaffenden aus der Region (reicht sogar bis nach Köln und Essen) um Neuss herum und am Tag der deutschen Einheit zeigten die Mitglieder auf der Bühne, was sie zu bieten haben. Büttenredner, Reimredner und Musikgruppen gaben vor Beginn der Session Kostproben ihres Könnens.

Zum ersten Mal auf diesem Parkett mussten sich zwei beziehungsweise drei neue Sterne am Neusser Karnevalshimmel beweisen: Das Duo „die Heiopeis“ (Zwiegespräch im Geiste des Colonia Duetts) und Redner Axel Höfel, Ne kölsche Köbes.

Bei dieser Leistungsschau im Vorfeld des Karnevals geht es für die Künstler um einiges, denn hier sitzen auch potenzielle Arbeitgeber, die die Mitglieder der „Kappesköpp“ für ihre Veranstaltungen buchen können. Für alle anderen Besucher, für alle Karnevalsfans, die schon vor dem 11.11. ein bisschen Stimmung tanken wollen, ist diese Vorstellung wie eine energiegeladene Mini-Sitzung, in der ein karnevalistisches Highlight aus der Region aufs andere folgt.

Am Termin, 3. Oktober, will Baas (Chef) Werner Zok übrigens auch im kommenden Jahr festhalten: „Das hat sich so eingespielt, dabei bleiben wir auch!“

Zu den Kappesköpp:

Die Vereinigung wurde nach Ablauf der Karnevalssession 2000 von den Büttenrednern Lothar Bäsken (Ne verdötschte Senator), Reiner Franzen (D´r Kappes Tünn) und Werner Zok (Duo S & Z) angedacht und initiiert. Auslösendes Ereignis war das Zusammentreffen der Neusser Büttenstars „Duo S & Z“ und den Pillhöhner in Osnabrück. Wenn man bedenkt, das Osnabrück rund 200 Kilometer von Neuss entfernt ist und die Büttenredner zwar voneinander wussten aber in Neuss noch nie zusammen auf der Bühne beziehungsweise in einem Programm standen. Also dachten sich die drei oben genannten Büttenredner wir rufen einmal alle uns bekannten Neusser an einen Tisch.

Es dauerte einige Wochen bis sich alle angeschriebenen Bühnenkünstler aus der Stadt Neuss meldeten. Man gründete den Künstlerstammtisch Neuss. Da es in der Folgezeit wiederholt zu Verwechslungen mit dem Stammtisch der bildenden Neusser Künstler kam, entschied man sich 2002 zum heutigen Namen „Kappesköpp“ – Stammtisch der Mundart- und Karnevalskünstler Neuss.

„Kappesköpp“ deshalb, weil man sich selbst nicht ganz so ernst nahm und als Homage an die Heimatstadt, die noch vor wenigen Jahren auf Grund seiner Sauerkraut herstellenden Betrieben Hauptstadt des rheinischen Kappes war.

In der Folgezeit klopften immer wieder Karnevalskünstler, aber auch Künstler aus dem Unterhaltungsbereich an die Tür der „Kappesköpp“ und man erweiterte den Einzugsbereich auf den Rhein Kreis Neuss aus, was im Emblem des Stammtisches mit dem zweiten Wappen dokumentiert wurde.

Heute müssen die Aufnahmewilligen weder eine Beziehung zu Neuss haben, noch Neusser sein, wenn sie Mitglied der „Kappesköpp“ werden wollen.

(Kurier-Verlag)