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„Nichts ist wie es scheint“: Graffiti im Namen der Inklusion

„Nichts ist wie es scheint“: Graffiti im Namen der Inklusion
Die Kids der Kita Abenteuerland, die Jugendlichen des KiJu-Zentrums und die Mitarbeiter der GWN haben mit bunten Graffiti-Werken die triste, graue Wand zum Leben erweckt. FOTO: Hanna Loll
Allerheiligen. Was vorher grau und trist war, strahlt jetzt in bunten Farben voller Leben: In einem gemeinsamen Projekt der Lebenshilfe Neuss und der Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN) ist die GWN-Wand Richtung inklusiver Kita "Abenteuerland" von den Kita-Kindern, den Jugendlichen des angrenzenden KiJu-Zentrums und den GWN-Mitarbeitern neu gestaltet worden – mit vielen bunten Graffiti. Von Hanna Loll

Auf eine 54,8 Meter lange graue Grenzfläche der GWN-Lagerhalle blickten die Kinder und Jugendlichen der Kita Abenteuerland und des KiJu-Zentrums, beides Einrichtungen der Lebenshilfe Neuss, bisher – doch das hat jetzt ein Ende. Auf Initiative der Ratsfrau Angelika Quiring-Perl (CDU), Aufsichtsratsvorsitzende der GWN und der Lebenshilfe Neuss, haben die Vorschulkinder, die Jugendlichen und die GWN-Mitarbeiter mit fachkundiger Unterstützung des professionellen Sprayers Thomas Panzer auf großen Platten ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und drauf losgesprayt. 

Das „Abenteuerland“-Graffiti haben die Jugendlichen für die Kids gesprayt. Die freuen sich sichtlich. FOTO: Hanna Loll

Das Motto "Nichts ist wie es scheint" soll ausdrücken: Kinder können mehr als man meint, Jugendlichen mehr als man ihnen zutraut und Menschen mit Behinderung können mehr als man erwartet. Und was dabei herausgekommen ist, kann sich wirklich sehen lassen: Von der Wand strahlen nun eine lachende Giraffe und ein aufgeplusterter Pfau, ein Wikinger-Schiff fliegt durch die Wolken und auch das weiße Kaninchen ist samt seiner Taschenuhr aus dem Wunderland gehoppelt, um die einst triste Fläche zu schmücken.

Marcel Hambloch (hinten links) und Mario Flötmeyer (hinten rechts) haben Homer Simpson auf die Wand gesprayt. FOTO: Hanna Loll

Die Simpsons-Fans Marcel Hambloch (21) und Mario Flötmeyer (23), beide im Versand-Bereich der GWN tätig, haben sich für ein Graffiti von Homer Simpson entschieden. "Hier steht Homer auf einem Surfbrett mitten im Meer und findet eine Dose ,Duff'-Bier", erklärt Flötmeyer, "erst freut er sich, dann stellt er fest, dass die Dose leer ist!" Für ihn war das wichtigste an der Aktion, die Kinder glücklich zu machen. "Es ist schön zu sehen, wie happy und zufrieden die Kinder jetzt sind. Das war unser Bestreben." Hambloch ergänzt: "Außerdem war das Projekt eine schöne Abwechslung und wir konnten etwas für die Gemeinschaft tun."

Monika Eppler zeigt ihre surrealen Treppen. FOTO: Hanna Loll

Auch die 52-jährige GWN-Mitarbeiterin Monika Eppler hat sich mit zwei Werken kreativ eingebracht. "Der Pfau ist von mir, wenn er seine Federn ausbreitet, spiegelt er schillernde Farben vor," beschreibt die Hobby-Künstlerin. "Und eine etwas grafischere Darstellung sind meine Treppen, die surrealistisch ineinander verlaufen."

Die Kids in der Kita sind sich einig: "Richtig toll!", ein Urteil ohne Wenn und Aber. Ein gelungenes Inklusionsprojekt und eine überzeugende, sehenswerte Gemeinschaftsaktion der Lebenshilfe und der GWN.