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Politischer Streit: FDP äußert sich

Neuss. Es war ein Rücktritt mit weitreichenden Folgen. Nachdem Christian Stähler der Stadt Neuss zwei Monate vor dem geplanten Dienstantritt eine Absage erteilte, kam es in der Neusser Politikszene zu einem handfesten Schlagabtausch. Von Violetta Fehse

Stähler, der die GMN-Betriebsleitung übernehmen sollte, gab als Begründung die Stimmenthaltung der schwarz-grünen Mehrheitsfraktion an. Die SPD warf der CDU vor, dem Bürgermeister das Leben schwer machen zu wollen. CDU-Fraktionschefin Helga Koenemann empfindet dieses Verhalten als Skandal und spricht von einer Verrohung der politischen Sitten. Es sei entsetzend, dass ein nicht-öffentliches Thema medial so breit getreten werde.

Jetzt schaltet sich Cornel Janßen von der FDP in die Diskussion ein. "Ich kann gut nachvollziehen, dass Herr Stähler aufgrund der fehlenden Zustimmung das Amt nicht antreten will. Dass die Union noch offene Fragen gehabt haben will und sich deshalb enthalten hat, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Es gab jedenfalls genug Gelegenheiten, diese zu klären, beispielsweise im Finanzausschuss, als eine Personalberaterin uns über diese Personalie informiert hat", so der Ratsherr.

"Auf der anderen Seite halte ich die Äußerungen der SPD, dass die CDU nur so entschieden habe, um dem Bürgermeister Steine in den Weg zu legen, für zu hart. Das sehe ich nicht so", betont der Neusser. So oder so sei die aktuelle Entwicklung in Janßens Augen besorgniserregend. "Die GMN braucht Unterstützung", so der FDPler.

 

(Kurier-Verlag)