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Räuber-Frontmann schmeißt hin: Macht es jetzt unser Nüsser Jung Titschy?

Räuber-Frontmann schmeißt hin: Macht es jetzt unser Nüsser Jung Titschy?
Torben Klein (2.v.r.), Sänger und Frontmann der Kultband „Räuber“, zieht sich zurück, macht nach der kommenden Session Schluss. Ein Nachfolger wird gesucht. FOTO: Foto: Thomas Broich
Neuss. Es war eine Nachricht, die sich wie ein Lauffeuer verbreitete. Der Frontmann der beliebten kölschen Band "Räuber", Torben Klein, hört zum Ende der kommenden Karnevalssession (März 2019) auf. Wer die Nachfolge antritt, steht noch nicht fest. Ein Name fällt dabei gerade in Neusser Kreisen besonders häufig: Karnevalfans setzen auf den Nüsser Jung Markus Titschnegg alias Titschy. Die Stadt-Kurier-Redaktion nahm sich den Entertainer zur Brust. Von Violetta Fehse

Kaum war die Meldung über den Weggang des Räuber-Frontmanns öffentlich, wurde in Neusser Facebookgruppen spekuliert. "Markus wäre mit seiner Stimme eine Bereicherung für die Traditionsband" schreibt eine Userin. Eine andere pflichtet ihrer Vorrednerin bei: "Das muss ich auch sagen. Außerdem legt er immer eine gute Performance ab."

Titschy und die Räuber? Das wäre in der Tat eine harmonische Verbindung, für die vieles spricht.

Der Neusser ist ein Karnevalsjeck durch und durch, bereichert die Nüsser Session mit seinen charismatischen Auftritten und versteht es, das Publikum binnen Sekunden für sich zu gewinnen. Auftritte vor großen Menschenmengen ist er gewohnt. 2006 sang Titschnegg bei einem Talentwettbewerb vor 8.000 Zuschauern im Kölner Tanzbrunnen, belegte dabei sogar den dritten Platz.

Und mindestens ein Heimspiel pro Jahr würde Titschy sicher besonders große Freude machen. Beim alljährlichen Räuberabend auf dem Neusser Münsterplatz Ende August würden dem Nüsser Jung die Herzen nur so zufliegen.

Außerdem hat sich der Entertainer gerade erst selbstständig gemacht – ein Engagement in einer namhaften Band dürfte dem Neusser in die Karten spielen. Im Übrigen sind ihm die Musiker der Kölner Truppe nicht unbekannt. Mit dem aktuellen Frontmann hatte Titschy durch seine DJ-Tätigkeit immer mal wieder Kontakt. Und auf Kölsch singen kann der Neusser sowieso. "Dadurch, dass ich mit Kölner Karnevalsliedern großgeworden bin, ist mein Nüsser Platt sowieso ,eingekölscht'", lacht Titschy. Darauf werde er von Reiner Franzen, Vizepräsident des Karnevalsausschusses Neuss, immer wieder hingewiesen.

Ein Blick in die Geschichte der Kölner Kultband verrät: Es wäre nicht das erste Mal, dass die Musiker mit einem Frontmann mit Neusser Wurzeln aufspielen. Kleins Vorgänger Karl-Heinz Brand ist gebürtiger Holzheimer und lebte lange Zeit in dem Stadtteil. 1991 gründete er gemeinsam mit Kurt Feller die Band "De Räuber", die zu einer der beliebtesten Gruppen im Kölner Karneval aufstieg. Brand, den sie in Neuss nur "Kalla" rufen, war lange Zeit das Gesicht der "Räuber".

Übernimmt jetzt der nächste Neusser das Zepter? Auf Anfrage der Stadt-Kurier-Redaktion gibt sich Titschy bodenständig:

"Es ehrt mich, dass einige Neusser meinen, ich hätte das Zeug dazu, aber ich bin Hobbysänger ohne Gesangsausbildung. Ich weiß, was ich kann und was ich nicht kann. Und für die erste Kölner Liga reicht es nicht. Dafür ist mein Stimmumfang zu gering und meine Gesangstechnik zu schlecht ausgebildet. Die Räuber machen 200 Auftritte und mehr in der Session. Meine Stimmbänder würden nach zwei Wochenenden in Fransen von der Decke hängen".

(Kurier-Verlag)