Rechtliche Absurditäten im Umgang mit Cannabis in der EU

In der EU haben sich die Länder auf viele gute und gemeinsame Gesetzte verständigt, um eine optimale Gemeinschaft zu bilden und voneinander zu profitieren. In der Cannabispolitik spielen sich die Gesetzte oft jedoch gegeneinander aus. Oftmals schaffen Länder ihre eigenen, oft sehr schwer nachzuvollziehenden, Gesetzte.

Wir haben recherchiert und die Top 5 Absurditäten für Sie zusammengestellt:

  1. In den Niederlanden ist Cannabis per Gesetz verboten… aber gleichzeitig geduldet
    Wenn man an die Niederlande und besonders an Amsterdam denkt, gehen gerade bei jungen Leuten die Gedanken nicht an den Coffee Shops im Zentrum der Stadt vorbei. Was hier von vielen als legales Cannabis-Mekka gefeiert wird entspricht tatsächlich nicht der Wahrheit. Cannabis ist auch in den Niederlanden per Gesetz verboten, wobei dort gleichzeitig eine Duldungspolitik entstanden ist. Es ist also per Gesetz verboten, wird jedoch gestattet – doch wie ist die zu erklären? 
    Ursprünglich war Cannabis in den Niederlanden, wie auch in allen anderen Ländern in Europa, verboten. Es änderte sich als 1976 das "Opiumgesetz" in Kraft trat, das zwischen harten und weichen Drogen unterschied. Hintergrund war ein massives Heroinproblem in den Großstädten dem man irgendwie Herr werden wollte. Man entschied daher die weichere, gut kontrollierbare Cannabis-Droge zu dulden und sich komplett der Bekämpfung der harten Drogen zu widmen. Diese Einstellung hat sich bis heute gehalten.
  2. Deutschland verbietet den Kauf von Hanfsamen im Inland, gestattet es aber aus dem Ausland
    In der Bundesrepublik Deutschland gelten nach §§ 29 ff. BtMG strenge Gesetze die den Besitz, Konsum, Handel, oder Erwerb von Cannabis und aller Peripherieprodukte (wie Samen) verbieten. Somit macht man sich strafbar wenn man innerhalb von Deutschland Hanfsamen erwirbt. Nicht strafbar macht man sich, wenn man die Samen aus einem Land innerhalb der EU bestellt in dem der Handel mit den Samen gestattet ist. So ist eine Bestellung bei einer holländischen Seedbank zunächst nicht verboten. Dank der in der EU geltenden Handels- und Wettbewerbsfreiheit ist es in Deutschland möglich über diese Händler legal Cannabis Samen online zu kaufen.
  3. Coffee Shops dürfen Cannabis verkaufen, aber nicht einkaufen
    Die sogenannte Duldungspolitik war als erster Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden gesetzlichen Regelung gedacht, blieb aber in dieser Phase stecken. Die Konsequenz ist, dass Coffee Shops Cannabis verkaufen, es aber selber nicht offiziell beziehen dürfen. Die Konsequenz ist, dass man die Ware "offen" auf dem Schwarzmarkt bezieht, um sie dann "geduldet" im eigenen Shop zu verkaufen.
  4. In Deutschland sind Hanfsamen gestattet wenn man die richtige Intention hat
    Ebenfalls interessant ist, dass in Deutschland die Samen der Cannabispflanze erst dann verboten sind wenn man sie mit der Intention des Anbaus erwirbt. Wie die Intention eines Menschen im Detail festgestellt werden soll bleibt das Gesetzt jedoch schuldig.
  5. Hanfsamen sind in Frankreich so lange legal, wie sie nicht kriminell genutzt werden
    Frankreich hat ebenso strenge Gesetzte bezüglich Cannabis wie Deutschland. Ein interessanter aber ebenso merkwürdiger Unterschied ist, dass die Hanfsamen in Frankreich frei gehandelt werden dürfen solange sie nicht für den Anbau bestimmt sind. Ebenso wie bei der Gesetzesreglung in Deutschland dürfte die Intention eines Menschen der sich Hanfsamen kauft allerdings schwer einzuschätzen sein, was diese Gesetzeslage sehr fragwürdig macht. Am interessantesten ist jedoch der direkte Vergleich mit Deutschland, wo die Samen nur aus dem Ausland bestellt, nicht aber im eigenen Land gehandelt werden dürfen.

Insgesamt lässt sich aber in fast allen Ländern ein immer größer werdender Trend in Richtung Legalisierung erkennen und es bleibt abzuwarten wann die ersten Regierungen den finalen Schritt gehen werden.