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Rennsport gerettet? Streetfood Event lockt 2.000 Besucher an

Rennsport gerettet? Streetfood Event lockt 2.000 Besucher an
Ein voller Erfolg. Die rund 2.000 Besucher tummelten sich nicht nur an den Streetfood-Wagen, sondern beobachteten auch die Pferderennen. FOTO: Fotos: V. Fehse
Neuss. Der Pferdesport in Neuss lebt – zumindest machte die hohe Besucherzahl zum siebten Renntag in diesem Jahr Hoffnung, dass der Reiter- und Rennverein (NRRV) wieder in Vertragsverhandlungen mit der Stadt Neuss gehen könnte. Doch nicht alle Parteien zeigen sich begeistert. Bürgermeister Reiner Breuer bleibt kritisch. Von Violetta Fehse

Auf dem Parkplatz an der Galopprennbahn war kaum noch eine Lücke frei. 2.000 Interessierte waren laut Organisator und Event-Profi Marc Pesch schätzungsweise zu dem Event gekommen. Das freute die Mitglieder vom NRRV ganz besonders. "So viele Besucher haben wir in der gesamten Saison nicht gehabt. Das war ein toller Start und wir hoffen, dass wir an diesen Erfolg anknüpfen können", so Vereinsvorsitzender Jan Antony Vogel.

Auch Helga Koenemann, Fraktionsvorsitzende der CDU, zeigte sich beeindruckt. "Nach meiner Einschätzung waren es deutlich mehr Besucher als vom Veranstalter angegeben. Ich war positiv überrascht. Jetzt müssen wir schauen, wie sich das Ganze weiterentwickelt. Im kommenden Jahr könnten die Verträge neu verhandelt werden, doch zuvor müssen noch einige Details geprüft werden – beispielsweise in welcher Höhe die Landeszuschüsse geflossen sind. Alles in allem ist es nach diesem Renntag denkbar, dass die Rennbahn und der Rennverein Neuss erhalten bleiben können."

So optimistisch wie Koenemann zeigt sich Bürgermeister Reiner Breuer nicht. "Das war ein mit viel Werbung künstlich aufgeblasener Renntag. Das gute Rahmenprogramm hätte sicher auch ohne Pferderennen eine Menge Besucher angezogen. Ich fürchte, dass der Reiter- und Rennverein wiederholt nicht genügend Ertrag erwirtschaftet hat, um seine Millionenschulden selbst begleichen zu können. Wie in den letzten Jahren wird er wohl schon bald wieder die Stadt Neuss um Übernahme seiner Schulden bitten – die nächste Halbjahresrate in Höhe von 40.000 Euro für das Millionendarlehen des Rennvereins wird in Kürze fällig. Die Bürgerinnen und Bürger müssen weiter die Zeche zahlen", so sein Urteil.

Die Veranstalter lassen sich davon nicht beirren und wollen auf dem Erfolg aufbauen. "Am 11. Dezember folgt der nächste Renntag mit einem ähnlichen Rahmenprogramm. Wir haben bereits 25 Bewerbungen von weiteren Betreibern von Streetfood-Angeboten vorliegen. Aber wir haben auch weitere Event-Ideen für die ganze Familie", verspricht Pesch. Für Januar hat er einen Wintermarkt mit Rodelbahn im Sinn – ab dem kommenden Jahr sollen dann auch Sonntagstermine ein größeres Publikum zu den Events anziehen. Bisher haben die Rennen meist in der Woche stattgefunden.

 

(Kurier-Verlag)