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Rollstuhlfahrer klagen: „Neuss ist keine barrierefreie Stadt“

Rollstuhlfahrer klagen: „Neuss ist keine barrierefreie Stadt“
Eigentlich sollte die Verkehrsinsel dazu dienen, Fußgängern den Weg über die vielbefahrene Vereinsstraße zu erleichtern. Rollstuhlfahrer Peter Schornstein hat durch die hohen Bordsteine keine Chance, die Straße zu queren. FOTO: Fotos: Violetta Buciak
Neuss. Peter Schornstein ist seit rund zehn Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. Seitdem sieht er seine Heimatstadt mit anderen Augen. "Es herrscht dringend Verbesserungsbedarf", so der Holzheimer. Von Violetta Buciak

Für gesunde Menschen sind sie kaum wahrnehmbar: die vermeintlich kleinen Hürden, die für Rollstuhlfahrer eine große Herausforderung darstellen. Weil das so ist, haben Peter Lüttgen und Peter Schornstein auf ihren gemeinsamen Scooter-Touren durch die nähere Umgebung immer Bleistift und Zettel zur Hand, um Auffälliges und sogenannte Behindertenfallen zu notieren und an entsprechende Stellen wie den Behindertenbeauftragten der Stadt Neuss weiterzuleiten.

"Selten kommt eine Antwort zurück und wenn, dann wird meistens auf das fehlende Geld im Haushalt der Stadt hingewiesen", klagt Schornstein. Missstände wie die Verkehrsinsel auf der Vereinsstraße kann der Rollstuhlfahrer nicht nachvollziehen. "Durch die zu hohen Bordsteine komme ich ohnehin nicht über die Straße", so der Holzheimer. Und das sei nur eines von vielen Hindernissen. Daran soll sich jetzt etwas ändern. Auf Anfrage des Stadt-Kuriers teilt Bürgermeister Reiner Breuer mit: "Der behindertengerechte Umbau an der Querung auf der Vereinsstraße soll im ersten Halbjahr 2017 erfolgen.

Vor rund zwei Jahren ist die mobile Fußgängerinsel zunächst testweise errichtet worden. Dann wurde beobachtet, ob diese Querungshilfe angenommen wird, bevor weitere Baumaßnahmen erfolgen", erklärt Breuer. Und auch die von Sozialdezernent Ralf Hörsken initiierte Stabsstelle Inklusion bringt erste Ergebnisse hervor. Mirjam Lenzen soll ein Gesamtkonzept für die Stadt Neuss vorlegen. Erste Gespräche mit Verbänden haben bereits stattgefunden. Ein Hoffnungsschimmer für Betroffene.

 

(Kurier-Verlag)
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