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Schadstoffe in Sportplatz-Böden – wie gefährlich ist das für den Menschen?

Schadstoffe in Sportplatz-Böden – wie gefährlich ist das für den Menschen?
DJK-Geschäftsführer Johannes Schneider (2.v.r.) sorgt sich um die Schadstoffe in den Böden der Sportplätze. Christian Holz, Peter Ott, und Karlheinz Kullick (v.l. alle SPD) springen der DJK zur Seite. FOTO: Foto: Violetta Fehse
Neuss. Die Bodengutachten der Aschenplätze in Norf und Gnadental lassen Sportler und Politik aufschrecken. In beiden Fällen wurden Schadstoffe festgestellt. Aber wie gefährlich sind die für den Menschen? Von Violetta Fehse

Gerade der Fall in Gnadental sorgt für Fragezeichen bei den Betroffenen. Denn auf dem Hauptspielfeld wird viel unternommen, um den Platz zu sichern. Damit kein Wasser durch den befallenen Boden sickert, wird dort zunächst eine Betonschicht gelegt, auf der dann der Kunstrasen platziert wird. Das Wasser wird in einen angelegten Entwässerungs-See – ein paar Meter weiter im Waldstück – geleitet.

So weit so gut. Was Johannes Schneider von der DJK Gnadental stutzig macht, ist die Vorgehensweise für das Tennen-Kleinspielfeld, das direkt neben dem Hauptfeld liegt und nur durch Absperrbügel getrennt ist. Dort passiert nach aktuellem Stand gar nichts. Dass auch hier reagiert werden muss, ist der Verwaltung jedoch bewusst. Das macht Sportdezernent Dr. Matthias Welpmann in einem Schreiben an die DJK deutlich. Eine Formulierung sorgt dabei für besonders große Verunsicherung unter den Mitgliedern.

Demnach sei das Feuchthalten des Platzes zur Bindung von "eventuell gesundheitsgefährdendem Staub" sicherlich keine langfristige Lösung, um eine "Gefährdung über den direkten Wirkungspfad Boden – Mensch dauerhaft ausschließen zu können". Eine langfristige Lösung wäre laut dem Dezernenten beispielsweise der Austausch der kompletten Tennendeckschicht (Kosten: 103.000 Euro). Nicht inbegriffen wäre dabei die Anbringung einer Betonschicht und eine Umleitung des Wassers wie beim Feld nebenan. "Das macht uns stutzig", bringt es Schneider auf den Punkt.

Wie gefährlich sind die in den Böden befindlichen Schadstoffe nun für die Sportler, die regelmäßig auf dem Platz trainieren? Auf Nachfrage des Stadt-Kuriers gibt Sport- und Umweltdezernent Dr. Welpmann keine klare Antwort. "Die Abstimmung über das konkrete Vorgehen bei den beiden zweiten Tennenplätzen in Gnadental und Norf ist mit dem Rhein-Kreis Neuss erfolgt", so Welpmann. Entsprechende Maßnahmen stimme die Stadtverwaltung mit dem Rhein-Kreis ab.

In dem Sachstandsbericht zum heutigen Sportausschuss gibt es deutlichere Worte. "Für Gnadental wird ein unmittelbarer Handlungszwang vorgenommen, für den Fall, dass nicht sichergestellt ist, dass das Tennen-Halbspielfeld trocken gehalten werden kann", heißt es in dem Schriftstück. "Wenn das Kleinspielfeld wirklich belastet ist, müssen wir wissen, wie mit diesem Befund umzugehen ist", sagt Tören Welsch, der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion. Ausschusskollege Peter Ott ergänzt: "Wir sollten das Thema jetzt angehen, um zu erfahren, ob eine etwaige Bodenbelastung bei Spielfeldern eine Gefahr für Sportler und Grundwasser bedeutet."

Die SPD erwartet von der Verwaltung mögliche Lösungsansätze. Diese müssten in ein Gesamtkonzept eingebettet werden. Schneider von der DJK stellt unterdessen klar: "Es geht uns nicht darum, einen weiteren neuen Platz zu bekommen. Es geht uns um Transparenz. Wir wollen wissen, woran wir sind und was getan werden muss", so der DJK-Geschäftsführer.

 

(Kurier-Verlag)