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Sommer, Sonne, Urlaubszeit: Und was machen unsere Bürgermeister in Spe?

Sommer, Sonne, Urlaubszeit: Und was machen unsere Bürgermeister in Spe?
FOTO: privat/Dr. Marcel Stepanek
Neuss/Mallorca. In der Innenstadt sind Parkplätze frei, der Straßenverkehr nimmt ab, es scheint, als wären alle weg. Die Urlaubszeit ist in vollem Gange und wer nicht weg ist, genießt hier die Sommersonne und lässt die Seele baumeln – zumindest im besten Fall. Aber was machen eigentlich unsere Bürgermeisterkandidaten in diesen Tagen? Kräfte für den Wahlkampf sammeln oder voll durchstarten? Stadt-Kurier fragte nach. Von Violetta Buciak

Während viele Neusser im Urlaub entspannen, zieht Thomas Nickel sein Programm voll durch. "Nachdem ich zum Bürgermeisterkandidaten gewählt worden bin, habe ich meinen bereits gebuchten Urlaub auf Sylt abgesagt. Für den Wahlkampf will ich alles geben", so der CDU-Bürgermeisterkandidat. "Im Moment mache ich viele Hausbesuche, bei denen Bürger eingeladen sind, mich mit Fragen zu löchern. Ich komme mit einem kleinen Fässchen Bier und es entstehen meist ganz entspannte Gespräche", plaudert der 67-Jährige aus dem Nähkästchen. Am Wochenende besucht der Holzheimer fleißig die Schützenfeste in der Umgebung. "Highlight in diesem Sommer wird für mich natürlich das Neusser Schützenfest sein", so Nickel.

Kontrahent Reiner Breuer hat seinen Kurzurlaub mit der Familie nicht abgesagt: "Ich befinde mich gerade auf Mallorca. Hier am Mittelmeer kann man die hohen Temperaturen bei kühlen Getränken gut aushalten und noch einmal tief durchatmen, bevor es in die ganz heiße Wahlkampfphase geht", so der SPD-Bürgermeisterkandidat. Das Geschehen in Neuss, lässt ihn aber auch auf der Strandliege nicht los. "In der schönen digitalen Welt bleibt man natürlich auch im Urlaub immer bestens informiert, liest zum Beispiel den Stadt-Kurier online auf der Strandliege. Dann hat man auch schon einmal etwas zu lachen, zum Beispiel, wenn ,die Konkurrenz' nach jahrzehntelanger Verweigerung plötzlich erklärt, die Kindergartenbeiträge in Neuss senken zu wollen. Leider nur ein unglaubwürdiges Lippenbekenntnis, das Politikverdrossenheit schafft und mich deshalb sogar im Urlaub ein wenig ,auf die Palme' bringt... Ich bleibe aber gelassen und bestelle mir noch ein Cerveza!" Nach dem Kurztrip geht es auch für Breuer mit einem straffen Programm weiter, etwa beim Besuch von Einrichtungen, Hausbesuchen und Co. An Urlaub ist für Susanne Benary-Höck (Grüne) nicht zu denken. Als Sozialarbeiterin in leitender Position hat sie alle Hände voll zu tun. Daneben wird Wahlkampf gemacht – gerade erst sind die Plakate eingetrudelt. Urlaub gibt es erst nach der Wahl – am liebsten ein Städtetrip.

(Kurier-Verlag)