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Stadt-Kurier-Themen im Karneval: Hoppediz zeigte es den Mächtigen

Neuss. Mit dem Wetter zum Sessionsstart am 11.11. um 11.11 Uhr hatten die Neusser Narren wenig Glück. Es regnete in Strömen, als Hoppediz Jürgen Schmitz den Neussern am Vogthaus die Leviten las. Von Thomas Broich

Neben vielen überregionalen Themen wie Handy-Sucht, Fußball-Weltmeisterschaft, religiösem Fanatismus und Hooligan-Terror nahm Jürgen Schmitz natürlich auch zahlreiche regionale Themen aufs Korn. Darunter auch viele Themen, die der Stadt-Kurier Neuss erst in die öffentliche Diskussion gebracht hatte. So reimte der Hoppediz unter anderem: "Ich schau auf meine schöne Heimatstadt, was an Stadtgeflüster sie zu bieten hat. / Jröne Meerke, Gröhe, Wölki sei genannt. Begriffe und Menschen die hier bekannt. / Die Rettung vom Jröne Meerke ist beschlossen, weil Bürger immer wieder und das unverdrossen, / heftig gegen Nichtstun sind angegangen, bis Politiker das Denken haben angefangen, / sogar gerappt wurde für den Erhalt, das ist Bürgersinn in junger Gestalt."

Auch Bürgermeister Herbert Napp und diejenigen, die seine Nachfolgerschaft anstreben wie Thomas Nickel und Sebastian Rosen, bekamen ihr Fett weg. Die anwesenden Narren nahmen seine Worte begierig auf, und der Münsterplatz präsentierte sich trotz des usseligen Wetters rappelvoll. Zweites Highlight des Vormittages waren die Gesangsvorträge des "Nüsser Jung", Markus "Titschy" Titschnegg, der das (selbstgeschriebene) neue Neusser

Mottolied "Zwischen Hafen und Quirin" präsentierte. Zum ersten Mal seit geraumer Zeit wird wieder ein Mottolied auf CD verkauft. Zwei weitere Songs gibt es auf der aktuellen Scheibe zu hören. Der Chef des Karnevalsausschusses, Jacob Beyen und Narren-Paparazzi Michael Ritters zeigten sich begeistert von dem neuen Liedgut.

Michael Ritters: "Es ist Wahnsinn, wie gut Titschys Musik auf dem Münsterplatz bei den Leuten ankam! Das haben wir lange nicht mehr erlebt." Dem heimischen Brauchtum kann das nur guttun.

(Kurier-Verlag)