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Am 20. November letzte Chance für den Reitsport auf der Galopprennbahn
Streetfood-Festival trifft Pferdesport: Neuanfang auf der Neusser Rennbahn

Streetfood-Festival trifft Pferdesport: Neuanfang auf der Neusser Rennbahn
Streetfood-Festival neben Pferderennen: Die Organisatoren hoffen auf mehr Zuschauer. FOTO: Foto: Violetta Fehse
Neuss. Am Dienstag, 20. November, geht es um alles. Dann zeigt sich, ob der Reiter- und Rennverein (NRRV) in Neuss eine Zukunft hat. Mit einem Streetfood-Festival wollen die Veranstalter wieder deutlich mehr Neusser auf die Galopprennbahn locken. Wenn das Konzept aufgeht, soll der 20. November der Startpunkt für eine neue Eventreihe in Neuss werden. Von Violetta Fehse

"Es ist ein entscheidender Tag", sagt Eventprofi Marc Pesch. "Wir können keine drei bis vier großen Veranstaltungen auf die Beine stellen, die schlecht besucht werden. Und abgestimmt wird mit den Füßen." Der NRRV hatte den erfahrenen Event-Fachmann ins Boot geholt, um die Zuschauerzahlen zu steigern und die Zukunft des Rennsports in Neuss zu sichern.

NRRV-Präsident Jan Antony Vogel ist guter Dinge, dass der Plan aufgeht: "Wir glauben an eine deutliche Belebung der Rennbahn." Geboten wird dem Besucher viel: Rund zehn Anbieter werden zum Feierabend-Streetfoodmarkt am Dienstag, 20. November, ab 17 Uhr Köstlichkeiten aus aller Welt anbieten. "Es gibt Quiche Lorraine, Burger, Donuts, spanische Spezialitäten, Suppen, herzhafte kölsche Speisen, Tacos, Pulled Pork, Chilli con Carne, Wurstspezialitäten sowie Maultaschen und Käsespätzle", so Marc Pesch, der das Event gemeinsam mit seinem Agenturkollegen Dustin Thissen plante. Dazu soll es passende Getränke wie Wein, heißen Caipirinha, Kakao mit Rum und mehr geben. Nebenan finden wie gewohnt die Pferderennen statt. "Wir hoffen, dass die Besucher auch einen Blick auf den Pferdesport riskieren. Aber wir sind sicher, dass eins zum anderen kommt", so Vogel.

Noch vor rund einem Jahr lag der Reitsport in Neuss am Boden. Die Politik warf dem Reiter- und Rennverein vor, zu wenig für den Erhalt der Traditionsveranstaltungen zu tun. Zuletzt wollten nur 300 Neusser an den Renntagen dabei sein – zu wenig. Anfang Dezember 2017 wurde das vorläufige Ende der rund 140-jährigen Galoppgeschichte in Neuss beschlossen. Die Verträge zwischen Neuss Marketing und NRRV wurden nicht verlängert, weil keine überzeugenden Konzepte vorlagen. Nach jetzigem Stand würde ab dem 1. Januar 2020 kein Rennen mehr stattfinden. Ein Szenario, das nicht nur der Reiter- und Rennverein verhindern will.

"Wenn der 20. November nach unseren Vorstellungen verläuft, wird es eine Reihe von weiteren spannenden Veranstaltungen auf der Rennbahn geben", so Pesch. Für den Renntag am Samstag, 29. Dezember, stellt sich der Event-Profi einen Wintermarkt und eine Rodelbahn für Kinder vor.

Doch bevor diese ambitionierten Pläne in die Tat umgesetzt werden können, müssen die Neusser zeigen, dass das Interesse am Reitsport da ist, indem sie am 20. November dabei sind. Dann soll es künftig auch familienfreundlichere Termine geben. "Wir wollen unsere Rennen künftig an mehr Sonntagen im Jahr stattfinden lassen. Das zu realisieren, war in der Vergangenheit nicht leicht. Mit diesem neuen Angebot erhoffen wir uns ein deutlich größeres Publikum – ohne dass der Reitsport dabei aus den Augen verloren wird", sagt Vogel.

Dass ein solches Konzept aufgehen kann beweisen viele Beispiele deutschlandweit. "Bei einem Fortuna-Renntag in Düsseldorf war der Andrang so groß, dass ich es damals nicht mehr auf das Gelände geschafft habe", weiß Pesch. Für den 20. November rechnet er zumindest mit 800 bis 1.500 Besuchern.

Der Eintritt beim Renntag inklusive Feierabend-Streetfoodmarkt ist frei. Parkplätze stehen in großer Zahl auf der Rennbahn und am Wendersplatz zur Verfügung. Beginn ist um 17 Uhr, Ende um 21 Uhr.

 

(Kurier-Verlag)