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Taxi Sürder war elf Tage unerreichbar: Telekom zahlt 17,01 Euro Entschädigung

Taxi Sürder war elf Tage unerreichbar: Telekom zahlt 17,01 Euro Entschädigung
Steven Sürder ist sauer. Weil der Telefonanschluss nicht funktionierte, musste er Einbußen von rund 20.000 Euro hinnehmen. Die Telekom will 17,01 Entschädigung zahlen... FOTO: Foto: Violetta Buci
Hemmerden/Neuss. Steven Sürder ist entsetzt: Zehn Tage lang war sein Taxiunternehmen für seine Kunden nicht zu erreichen, weil es seitens der Telekom eine Panne gab. 30 Mitarbeiter drehten in der Zeit Däumchen. Inzwischen hat sich die Telekom entschuldigt und zahlt eine Entschädigung von sage und schreibe 17,01 Euro. "Eine Frechheit", findet Sürder. "Ich habe Einbußen von rund 20.000 Euro zu beklagen." Von Violetta Buciak

Viele kennen und nutzen sie im Fall der Fälle: Unter der Hotline 02182/ 22 22 ist Taxi Sürder 24 Stunden lang erreichbar. Das änderte sich schlagartig mit einer von der Telekom empfohlenen Umstellung auf den Internet Protokoll (IP) basierten Telefonanschluss. Ab dem 8. Januar hörten Anrufer nur die Ansage "Diese Nummer ist nicht vergeben".

Und das raubte Sürder elf Tage lang den Schlaf. "In dieser kurzen Zeit habe ich Einbußen von etwa 80 Prozent hinnehmen müssen", berichtet der 30-Jährige. Zwar wurde nach der Feststellung des Fiaskos schnell ein Techniker herausgeschickt, der etwa vier Stunden an der betroffenen Anlage gearbeitet hatte – doch leider ohne Ergebnis. Erst nachdem die Bild-Zeitung über diesen Fall berichtet hatte, funktionierte der Anschluss wie durch ein Wunder. "Ich weiß nicht, wie das kommt. Da war auf einmal ein grünes Licht an der Anlage, und die Nummer war wieder erreichbar", sagte Sürder.

Die rund 20.000 Euro Einbußen machten dem Jungunternehmer dennoch zu schaffen. Hinzu kommen etwa 29.000 Euro Folgekosten. "Viele meiner Kunden denken, ich sei in die Insolvenz gegangen und Taxi Sürder gebe es nicht mehr. Für mein Unternehmen ein riesiger Schaden", so der 30-Jährige. Besonders in Neuss habe er viele Stammkunden, die sein Business Shuttle nutzen. Inzwischen gab es ein Entschuldigungsschreiben seitens der Telekom. "Wir bedauern die entstandene Situation sehr und können den Ärger und die Enttäuschung nachvollziehen. Da Sie als Kunde uns wichtig sind, schreiben wir Ihnen auch das Grundentgelt für den Internetanteil gut. Die Gutschrift über 17,01 Euro ist für Sie in einer der nächsten beiden Rechnungen ersichtlich", heißt es in dem zweiseitigen Schreiben. Die Entschädigung empfindet Sürder als eine Frechheit. "Ich konnte es gar zuerst gar nicht glauben. Da steht überhaupt nicht in Relation zu dem, was ich an Verlusten hinnehmen musste", klagt Sürder. Nachdem der Familienvater sich an die Presse gewandt hatte gab es einen weiteren Anruf des rosa Riesen. "Man sagte mir, dass ich nun 80 Euro Entschädigung erhalten würde, wenn ich im Gegenzug eine Dokument unterschreibe, dass ich keinerlei weiteren Forderungen mehr stelle", berichtet Sürder. "Das ist für uns gerade mal eine Taxifahrt nach Köln", ist der 30-Jährige enttäuscht. Notfalls will er mit einem Anwalt gegen die Telekom vorgehen. Den Anschluss wechseln will er nicht. "Das ist mir zu riskant, ich habe Angst, dass dabei wieder was schief laufen könnte. Noch mehr Ausfälle kann ich mir nun wirklich nicht leisten!"

(Kurier-Verlag)