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Besitzer suchen verzweifelt den Täter
Tierhasser überfährt absichtlich Kater

Neuss. Tamara Tibussek und Falko Dietrich trauern um ihren Linus. Der Kater wurde am Mittwochabend von einem Pkw erfasst, in wenigen Wochen wäre er zwei Jahre alt geworden. Das Unglaubliche: Offenbar beschleunigte der Täter absichtlich, um das Tier zu erwischen. Jetzt suchen die Besitzer dringend nach dem  rücksichtslosen Pkw-Fahrer. Von Violetta Buciak

Es passierte am 14. September gegen 20 Uhr. Laut Zeugen wollte Kater Linus die  Norfer Straße überqueren. Trotz der vielen Autos hatte er eine Lücke abgewartet. Er wäre vermutlich sicher auf der anderen Seite angekommen. Doch dann das Schockierende: Der Fahrer eines Opel Corsa beschleunigte seinen Wagen und erwischte das Tier mit voller Wucht. Der Kater wurde meterweit durch die Luft geschleudert und landete schließlich mitten auf die Straße. "Das ist mit voller Absicht passiert", ist sich ein Zeuge sicher. Der ältere Herr hielt als einziger sofort seinen Pkw an, um den Kater mit einer Decke in Sicherheit zu bringen.

Per Zufall kam Tierschützer Stefan Bröckling von Tiernotruf Düsseldorf kurz darauf an der Unfallstelle vorbei und hielt seinen Pkw mitten auf der Straße. "Ich habe zuerst gehofft, dass es sich um eine Tüte handelt. Als ich sah, dass es sich um ein Tier handelt, musste ich sofort anhalten. Es ist unverantwortlich, dass so viele Autofahrer dort waren und bis auf den älteren Herren niemand geholfen hat", so der 45-Jährige.

Nachdem die beiden Helfer sich näherten flüchtete Linus zunächst, zog die scheinbar gelähmten Beine hinter sich her und schleppte sich einen steilen Hang hinunter. "Er verschwand im Dickicht und versteckte sich unter einem Haufen alter, aufgestapelter Äste. Beinahe hätte ich ihn nicht gefunden. Doch ich konnte ihn einfangen und mithilfe von Tasso e.V. in nur wenigen Minuten den Tierhalter Falko Dietrich ausfindig machen, der sofort kam und Linus in die Lesia Tierklinik Düsseldorf brachte", so der Tierfreund. 

Dort verstarb der Kater dann in der vergangenen Nacht. "Ich bin am Boden zerstört, er war für uns Familie", sagt Tibussek, die in der Reha von dem Drama erfuhr. Jetzt hofft sie auf die Mithilfe der Zeugen, sodass der Täter doch noch gefasst werden kann, Tel. 0172/ 89 90 904.