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Unfall auf Glasfaser-Baustelle: Landrat schaltet sich ein

Unfall auf Glasfaser-Baustelle: Landrat schaltet sich ein
Neuss. Erst vergangene Woche ärgerten sich die Hoistener über einen vierstündigen Stromausfall – verursacht durch die Bauarbeiten der Deutschen Glasfaser. Jetzt gibt es erneut Ärger, denn die Baustellen werden zur echten Gefahrenzone. Von Violetta Buciak

Anwohner berichten von Unfällen, die zu Krankenhausaufenthalten führten. "Das sind Zustände, die ich nie für möglich gehalten hätte", klagt Stefan Wierig. Vor seiner Haustüre wird seit Monaten gebohrt und gehämmert. "Im Hau-Ruck-Verfahren soll hier schnelles Internet entstehen. Das begrüßen wir ja, aber doch bitte nicht so", klagt der Anwohner. Was er meint, sind diverse Baumängel, wie heraus lugende Kabel oder falsch verlegte Gehwegplatten. Echte Stolperfallen, wie sich erst am Freitag, vergangene Woche, herausstellte. "Ich musste mit ansehen, wie eine junge Frau an der Welderstraße vom Fahrrad stürzte und sich die Schulter brach. Und eine Woche zuvor soll eine Seniorin über ein Kabel gestolpert sein.

Wer ist dafür verantwortlich? Und was ist, wenn solche Unfälle schlimmer ausgehen?", fragt sich Wierig. Stadtsprecher Michael Kloppenburg dazu auf Anfrage des Stadt-Kuriers: "Aufgrund der nach wie vor laufenden Bauarbeiten der Deutschen Glasfaser in der Kreuzstraße und der Welderstraße liegt die Verkehrssicherungspflicht bei der Deutschen Glasfaser. Diese haftet bei eventuellen Schädigungen durch die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht." Dem Unternehmen selbst liegen laut Sprecherin Gerda Johanna Meppelink bisher keine Informationen zu Unfällen vor. Pannen dieser Art sind jedoch nicht die ersten Unregelmäßigkeiten der Deutschen Glasfaser in Neuss. In Speck kam es zum Beispiel zu deutlichen Verzögerungen – auch weil der Zustand von Straßen nach den Tiefbauarbeiten deutlich zu wünschen ließ. "Eine Katastrophe", resümiert Karl-Heinz Baum, Vorsitzender des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung.

Und auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke schaltete sich inzwischen ein: "Wir begrüßen den Fortschritt in unserer Region, haben den Verantwortlichen aber deutlich gemacht, dass sich die Situation auf den Baustellen bessern muss."

 

(Kurier-Verlag)