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Unfallkreuzung in Schlicherum wird zum Politikum : kleine Lösung in Sicht

Unfallkreuzung in Schlicherum wird zum Politikum : kleine Lösung in Sicht
Einen Kreisverkehr wünschen sich alle Beteiligten. Auch wenn dieses Vorhaben länger dauern dürfte, freuen sich die Anwohner, dass zumindest Bewegung in die Sache kommt. FOTO: Foto: V. Buciak
Neuss. Seit Jahren häufen sich an der Kreuzung K20/K30 die Unfälle. Seit Jahren beschweren sich die Anwohner über die dort unhaltbaren Zustände. Seit Jahren ist das Thema auf der Agenda der Lokalpolitiker. Jetzt, kurz vor den Landtagswahlen, soll Bewegung in die Sache gebracht werden. Von Violetta Buciak

Ortstermin an der Gefahrenkreuzung, Dr. Jörg Geerlings lud die Anwohner ein, mit ihm ins Gespräch zu kommen, selbst zu schildern, wie sie die Verkehrssituation erleben. Schockierend: Jeder der rund 20 anwesenden Bürger kam dort mindestens einmal in eine brenzlige, teilweise sogar lebensbedrohliche Situation.

Allen in Erinnerung geblieben ist der schreckliche Unfall, der sich im Herbst 2015 ereignete. Nach einer Kollision von einem Pkw mit einem Sattelschlepper konnte nur noch der Tod der Pkw-Fahrerin festgestellt werden. Anfang September 2016 kam es zu einem weiteren schweren Unfall mit vier Verletzten und großem Sachschaden, weil ein Polizei- und ein Rettungswagen kollidierten, die gerade auf dem Weg zu einem Einsatz waren. Und auch das noch junge Jahr 2017 blieb nicht unfallfrei.

Für Geerlings gute Gründe, die Notbremse zu ziehen. Der Weg über die politischen Ausschüsse seien zu lang, stattdessen müssen seiner Ansicht nach zunächst schnelle Lösungen mit sofortigem Effekt realisiert werden. "Die Gespräche mit den Anwohnern haben ergeben, dass die meisten Unfälle dadurch entstehen, dass die Fahrzeuge über die rote Ampel rasen. Es wäre für den Anfang sicher hilfreich, zunächst die Gelbphase zu verlängern", argumentiert der CDU-Landtagskandidat. Langfristig sei ein Kreisverkehr die beste Lösung. "Daher habe ich bereits den Landrat Hans-Jürgen Petrauschke als den für die Straße verantwortlichen Baulastträger und Polizeichef gebeten, mit Nachdruck an einer Verbesserung der Verkehrssicherheit der Kreuzung zu arbeiten", erklärt Geerlings weiter. Eine erste Lösung soll nun zeitnah angepackt werden. Beim jüngsten Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung teilte ein Mitarbeiter des Kreises mit, dass eine technische Optimierung der Ampel durchgeführt werden soll.

Für SPD-Landtagskandidaten Arno Jansen nicht genug. "Ich halte das für keine ausreichende Lösung und plädiere daher weiter für den Kreisverkehr", so Jansen. Sein Parteikollege Ralph-Erich Hildebrandt ergänzt, dass dort auch die Tempo-Staffel angepackt werden müsse.

Für die Bürger an der Unfallkreuzung ist es eine Erleichterung, dass endlich überhaupt Bewegung in die Sache kommt. "Alle schauen auf die Unfälle, die passiert sind. Aber tagtäglich kommt es zu Situationen, an denen es lebensbedrohlich wird und weitere Zusammenstöße nur mit Glück verhindert werden", erzählt Anwohner Manfred Nowak. "Es ist schon zwei Mal passiert, dass ich nicht überlebt hätte, wenn ich über grün gefahren wäre", so der Schlicherumer. Geerlings will in Kürze eine weitere Bürgerversammlung zu diesem Thema initiieren.

 

(Kurier-Verlag)