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Stadt sieht keinen Handlungsbedarf
Unflexible Öffnungszeiten der Kitas: Umfrage soll Bedarf klären

Unflexible Öffnungszeiten der Kitas: Umfrage soll Bedarf klären
Das Thema steht in Neuss schon seit Jahren zur Diskussion. Dennoch sind flexiblere Öffnungszeiten in Kitas immer noch nicht umgesetzt worden. FOTO: Foto: Violetta Buciak
Neuss. Bereits vor drei Jahren berichtete der Stadt-Kurier über die Problematik der unflexiblen Öffnungszeiten in Neusser Kitas. Eltern schaffen den Spagat zwischen Berufstätigkeit und Familie kaum noch. Die CDU hat mit einem Antrag reagiert, doch die Stadtverwaltung sieht offensichtlich keinen Handlungsbedarf. Jetzt sind die Eltern gefragt. Von Violetta Buciak

Das niederschmetternde Ergebnis: Der Bedarf nach flexibleren Öffnungszeiten liege laut Verwaltung angeblich bei unter einem Prozent.

"Das kann ich nicht glauben und deshalb werde ich jetzt selber aktiv und möchte den Bedarf möglichst vieler Familien ermitteln", sagt Thomas Kaumanns, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der CDU in Neuss. Er hat eine Umfrage erstellt, an der Eltern über die Internetseite www.thomas-kaumanns.de teilnehmen können.

Aktuell haben die meisten Kitas in der Quirinusstadt zwischen 7 und 17 Uhr geöffnet. "Oft passt die Lage der Arbeitszeit aber nicht mit diesen Öffnungszeiten zusammen. Wer zum Beispiel im Schichtdienst arbeitet, etwa im Krankenhaus oder bei der Polizei, für den reichen diesen Zeiten oft nicht aus. Es gibt sogar Familien, die vor oder nach der Kita noch eine Tagesmutter buchen und bezahlen müssen", weiß Kaumanns.

Die Lösung könnte aus seiner Sicht lauten: flexiblere Betreuungszeiten. Dabei geht es nicht darum, dass die Kinder länger betreut werden. Sie sind lediglich zu anderen Zeiten in der Kita. Die Bundesregierung hat das Programm "KitaPlus" aufgelegt. Insgesamt 100 Millionen Euro stellt der Bund zur Verfügung, um flexiblere Betreuungszeiten zu ermöglichen.

"Mithilfe dieser Umfrage möchte ich einen Eindruck davon bekommen, wie der Alltag in Neusser Familien aussieht und ob konkreter Bedarf nach flexiblerer Betreuung besteht", so der Ratsherr.

 

(Kurier-Verlag)