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Weil sie einen Kurden liebte und angeblich Schande bringt
Vater zündete seine Tochter an „Mit dem Islam hat das nichts zu tun“

Heute marschieren viele Neusser gegen Hass und Fremdenhass in Düsseldorf. Sie treffen auf Pegida-Demonstranten, die gegen eine Islamisierung Europas auf die Straßen ziehen. Heute hat die Muslimin Maha Atoui Schaf (36) die Stadt-Kurier-Redaktion besucht. Vor 18 Jahren hat ihr libanesischen Vater sie mit Benzin übergossen und angezündet, weil sie einen Kurden liebte und sich von ihm nicht trennen wollte. 30 Operationen, viele Schmerzen und Suizidversuche später ist Maha Schaf heute eine tapfere Frau und warnt als Opfer einer islamisch geprägten Kultur vort ein Anfeinden der Religion des Propheten. Von Frank Möll

von Frank Möll

Neuss.

"Das, was mein Vater getan hat, hat nichts mit dem Islam zu tun, " ist die von Narben gezeichnete Marienberg-Absolventin überzeugt. Dass sie die katholische Schule besuchte und auch manchen Gottesdienst, damit konnte und wollte sich ihr Vater nicht anfreunden, während Mahas Mutter modern denkt und lebt. Eskaliert ist es dann abends in der Wohnung. Der wütende Vater holte Benzin aus der Garage, übergoss seine Tochter und zündete sie an. Nur weil ein beherzt eingreifender Nachbar Feuerwehrmann war und das nach draußen laufende, brennende Mädchen löschen konnte, überlebte Maha. Doch dann fing das Leid an, das bis heute andauert. Leider zahlt die AOK eine Behandlung ihres Gesichtes mit Lasertechnologie nicht. Sie hofft nun, dass 7000 Euro Spenden zusammen kommen. So viel kostet die Behandlung. "Dann werde ich vielleicht nicht mehr von allen Leuten so schief angeschaut." Mehr zur Spendenaktion und zum Leben und Leiden der tapferen Frau in den kommenden Print-Ausgaben des Stadt-Kuriers.

(Kurier-Verlag)