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Versprechen gebrochen: Diese Buche sollte geschützt werden

Gnadental. Diese Buche trotzte dem Pfingststurm Ela, hielt über Jahrzehnte Wind und Wetter, sogar Kriegen stand. Erhaben, majestätisch wirkte der Baum besonders im Frühjahr, wenn die üppige Krone im saftigen Grün leuchtete. Jetzt wurde die Buche im Zuge von Bauarbeiten einfach gefällt. Und das obwohl der Bebauungsplan vorgesehen hatte, dass sie geschützt werden sollte. Von Violetta Buciak

Die Anwohner sind fassungslos. Obwohl ihnen versprochen wurde, dass die Buche erhalten bliebe, wurde sie ohne Vorwarnung gefällt. Dass der Baum unter Schutz stand, steht schwarz auf weiß im Bebauungsplan 137/3. Unter Punkt 5.7 heißt es: "Der vorhandene großkronige, ortsbildprägende und ökologisch wertvolle Baum an der Kölner Straße ist als zu erhalten festgesetzt. Zum Schutz des Bestandsbaums (Buche) ist der Wurzelbereich fachgerecht vor Auflasten durch Anschüttungen und Überbauung durch die Wand zu schützen. "

Diesen guten Vorsatz hielt die Stadt nicht ein. Die Anwohner sind erschüttert: "Bei der Bürgerinformationsveranstaltung im DRK-Altenheim an der Dunantstraße wurde uns ebenfalls versprochen, dass der Baum erhalten bliebe. Einige von uns stürmten aus ihren Häusern, als wir bemerkten, dass er dann doch gefällt wurde. Leider konnten wir nichts mehr tun", klagt Arthur Rupprecht.

Auf der Baustelle entstehen vier zweigeschossige Wohnhäuser.

Auf Nachfrage, warum die Buche diesem Vorhaben nun doch weichen musste, gab es eine knappe Antwort des Bürgermeisters: "Die von Ihnen angesprochene Buche musste gefällt werden, weil die im B-Plan vorgesehene Lösung zum Lärmschutz sich als nicht umsetzbar erwiesen hat."

Für Rupprecht eine große Enttäuschung: "Wir Anwohner haben sehr stark den Eindruck, dass man uns viel versprochen hat, um uns zu beruhigen. Das Versprochene und sogar schriftlich Festgelegte hat man jedoch anschließend einfach nicht umgesetzt, in der Hoffnung, dass unsererseits die Sache in Vergessenheit gerät."

Ob an der Stelle ein neuer Baum gepflanzt wird – dazu gab es seitens der Stadt keine Antwort.

(Kurier-Verlag)