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VfR Neuss noch immer ohne eigenen Platz: Aktion gegen das Vergessen
VfR Neuss noch immer ohne eigenen Platz: Aktion gegen das Vergessen

VfR Neuss noch immer ohne eigenen Platz: Aktion gegen das Vergessen
Der Traditionsverein VfR Neuss macht am Samstag mit einer Aktion auf sich aufmerksam. FOTO: Berthold Häsler
Neuss. Als die Tribüne auf dem ehemaligen VfR-Platz an der Hammer Landstraße abgerissen wurde, brach es Markus Kolvenbach, Pressewart des Fußballvereins, das Herz. "Dort bin ich aufgewachsen, dort habe ich meine Jugend verbracht", sagt er. Und auch heute noch verfügen die Sportler über keinen eigenen Platz. Mit einer ungewöhnlichen Aktion wollen sie auf diesen Missstand aufmerksam machen. Von Violetta Buciak

Der Traditionsverein VfR ist wieder zurück. Das zeigte er zuletzt beim eindrucksvollen Relegationsspiel gegen Frimmersdorf-Neurath. Zwar verpassten die Grün-Weissen in der Verlängerung den Aufstieg in die Kreisliga B nur denkbar knapp (0:2) – dafür verfolgten 865 Fußballfans die Partie auf der Bezirkssportanlage in Holzheim. Und das im Jahr zwei nach dem Neubeginn.

Jetzt wollen die Sportler erneut in Erinnerung rufen, dass ihr Verein lebt. "Wir wollen uns weiter etwas aufbauen, eine Damen- und Jugendmannschaft etablieren. Das geht aber nur, wenn wir genügend Trainingszeiten anbieten können", merkt Markus Kolvenbach an. Momentan trainiert der VfR bei den Weckhovener Kollegen. Der eigene Platz liegt seit Jahren brach, aktuell steht dort die Traglufthalle, beziehungsweise das, was von ihr übrig ist. Denn weil weniger Flüchtlinge als erwartet nach Neuss kamen, wurde diese abgebaut und eingelagert.

Ob der freie Platz dem Traditionsverein VfR zurückgegeben werden soll, lässt die Stadt Neuss unbeantwortet. Auf Nachfrage des Stadt-Kuriers sagt Pressesprecher Michael Kloppenburg: "Der Hallenboden der Traglufthalle ist auf dem Gelände verblieben und wetterfest abgedeckt, so dass der Standort als erste Option verbleibt, sollte eine Nutzung der Halle – anstelle von Turnhallen – doch noch in Betracht kommen." Klingt ganz danach, dass die VfRler sich weiterhin in Geduld üben müssen. Dennoch zeigen sich die Sportler verständnisvoll. "Wir wollen nicht die Keule auspacken oder Druck machen, aber wir wünschen uns auch, dass wir eben nicht vergessen werden", sagt Kolvenbach.

Deshalb ruft der VfR alle Mitglieder und Freunde dazu auf, am kommenden Samstag von 10 bis 13 Uhr an ihrer Aktion teilzunehmen. Unter dem Motto "Wir haben Euch nicht vergessen" treffen sich die Fans, Mannschaft und Präsidium des VfR 06 Neuss am Kriegerdenkmal auf dem alten VfR-Platz an der Hammer Landstraße. Das Denkmal soll von den Teilnehmern gesäubert und der Platz um das Denkmal herum, von Schmutz und Abfall befreit werden. Für Getränke ist gesorgt. Danach wird Präsident Yildirim Yilmaz einen Kranz zum Gedenken an die Kriegsopfer des VfR Neuss niederlegen. Es folgt ein Gruppenfoto mit allen Beteiligten und der Mannschaft des VfR. Eine Aktion mit Symbolcharakter, denn dahinter steckt auch die Botschaft, dass der Verein eine eigene Sportstätte braucht. "Wir bitten Euch alle zahlreich zu diesem Termin zu erscheinen, um die Solidarität zum VfR Neuss zu bekunden und der Stadt Neuss einen weiteren Denkanstoß zu geben, dass der VfR Neuss lebt und nicht in Vergessenheit geraten ist", ruft Yilmaz auf. Im Anschluss fahren alle gemeinsam zum Testspiel nach Rosellen, das um 15 Uhr startet.

 

(Kurier-Verlag)