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Wegen Baustelle nicht gefunden: Niko (4) musste lange auf den Krankenwagen warten

Wegen Baustelle nicht gefunden: Niko (4) musste lange auf den Krankenwagen warten
Der kleine Niko (4) und seine besorgte Mutter Monika Fehling mussten lange warten, bis die Sanitäter die Adresse endlich gefunden haben. FOTO: Violetta Buciak
Allerheiligen. Da bleibt einer besorgten Mutter fast das Herz stehen: Als der kleine Niko (4) am Abend über Kopfschmerzen klagte und mit 40 Grad Fieber begann zu halluzinieren, rief Mama Monika Fehling gleich den Krankenwagen. Bis der kam, mussten sie und ihr Sohn sich aber lange gedulden. Geschlagene 30 Minuten hat es gedauert, bis die Sanitäter eintrafen. Grund: Weil im Neubaugebiet Allerheiligen Straßenschilder entfernt wurden, fanden die Rettungskräfte die angegebene Adresse nicht. Von Violetta Buciak

"Es hat sich angefühlt wie eine halbe Ewigkeit. Das waren schreckliche Minuten", berichtet die Mutter. "Man muss sich nur ausmalen, was los ist, wenn es hier einen akuten Notfall gibt. Wenn jemand einen Herzinfarkt hat, zählt doch jede Minute", gibt Fehling zu bedenken. Im Fall von Niko ist alles noch glimpflich ausgegangen. Nach einer intensiven Untersuchung konnte der Kleine wieder nach Hause geschickt werden. Inzwischen ist er wieder wohlauf. Dennoch sind die Bürger besorgt. Immerhin war es nicht der erste Fall, bei dem Rettungskräfte erst suchen mussten. Schon einmal stand die Feuerwehr buchstäblich auf dem Schlauch, als ein brennendes Haus gelöscht werden musste, die Wasserleitung aber nicht ausgeschildert war. Auch hier ging alles gut – doch die Neu-Allerheiligener wollen nicht darauf warten, dass doch etwas schiefgeht. "Der Sanitäter im Krankenwagen war ganz verdutzt, dass es hier zwei Spielplätze gibt. Einer ist offenbar gar nicht in ihrem System eingetragen. Das finde ich schon bedenklich", so Fehling. Ohnehin steht die ewige Großbaustelle, die sich über das gesamte Neubaugebiet zieht, in der Kritik. Es fehlen teilweise Absperrungen, Umleitungen werden nicht ausgeschildert und ein Rohr guckt noch immer aus der Straße.

Bürgermeister Napp dazu: "Bei Straßenbaustellen kann es immer wieder zu Beeinträchtigungen (Schmutz, Lärm, Verkehrsbehinderung) für die Anwohner kommen. Das Tiefbaumanagement Neuss und die beauftragten Straßenbaufirmen bemühen sich jedoch, größere Störungen während der Bauzeit zu vermeiden. Bei dem Neubaugebiet Allerheiligen sind auch Anlieger, die nicht unmittelbar im Bereich der jeweiligen Straßenbauarbeiten wohnen, betroffen, weil ihre Grundstücke nur über die noch herzustellenden Straßen zu erreichen sind." Wann die über vier Jahre andauernden Bauarbeiten nun komplett abgeschlossen sind, kann noch nicht gesagt werden:

"Im Augenblick laufen die Straßenbauarbeiten zum vierten Bauabschnitt (An der Feldscheune, Am Lichtweg, Am Mühlenweg, Wolfskamphof, Im Stüttgesfeld und Am Linckhof). Diese Arbeiten werden vorraussichtlich Ende Mai 2015 abgeschlossen sein. Dann sind alle Straßen im Baugebiet endgültig fertiggestellt. Ein Fertigstellungstermin für die beiden Quartiersplätze (zwischen Wolfskamphof und Im Stüttgesfeld) kann zur Zeit noch nicht genannt werden", so der Bürgermeister. Bleibt zu hoffen, dass es bis dahin keine weiteren Notfälle im Neubaugebiet Allerheiligen gibt...

(Kurier-Verlag)