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Weiher im Stadtgarten wird von Algen befreit

Neuss. Es tut sich endlich etwas im Stadtgarten. Nachdem Stadt-Kurier berichtet hatte, wird der Weiher aktuell von Mitarbeitern des Grünflächenamtes gesäubert.  Von Frank Möll und Violetta Buciak

Bürger machten sich in jüngster Zeit große Sorgen über den Zustand des Neusser Stadtgartens. Hier ist eine Invasion großer Gänse gekommen, die mit ihrem Fresshunger und Kot schon das Jröne Meerke in der Nordstadt aus dem ökologischen Gleichgewicht gebracht haben.

 "Zweidrittel des Weihers sind mit einem Algenteppich bedeckt, tote Fische liegen an den Ufern und an der Wasseroberfläche. Ich habe soeben das Umweltamt informiert. Da wusste noch niemand etwas", so die Kommunalpolitikerin und Rechtsanwältin Alexander Tosun vergangene Woche gegenüber dem Stadt-Kurier.

Daraufhin machte sich der Neusser Umweltdezernent offenbar ein Bild von der Sache und verbreitete in der Öffentlichkeit, dass die Stadt die Angelegenheit im Blick habe. Das Problem hier wie im "Jröne Meerke": Werden die Algen nicht abgefischt, sterben diese ab und verrotten auf dem Grund des Sees. Es kommt zum massenhaften Absterben vieler Fische.

Nun hat das Umweltamt reagiert. Zusätzlich zur Säuberungsmaßnahme wolle man über den Springbrunnen mehr Sauerstoff in den Weiher einbringen. Diese Maßnahmen hält auch Kommunalpolitiker Michael Ziege für sinnvoll. Er behielt die Situation bereits in den vergangenen Wochen im Auge. "Wichtig ist, dass die Bürger sich an das Fütterungsverbot halten. Gut, dass entsprechende Schilder darauf hinweisen", so der Ratsherr.

Auch Musiker und Internetstar MaximNoise beobachtet die Lage mit Sorge, rief zuletzt zur großen Säuberungsaktion im Stadtgarten - einer seiner Lieblingsorte in Neuss - auf. "Gut, dass die Stadt das nun anpackt."

Hatten Aktivisten noch im vergangenen Jahr die Eier der Gänse zerstören dürfen, verbietet das nun der Gesetzgeber. Die Population dürfte in den Folgejahren noch viel größer werden und den Stadtgarten in Beschlag nehmen. Mehr und mehr werden die hier lange heimischen Arten verdrängt.