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Weil viel weniger Flüchtlinge kommen: Traglufthalle leer

Weil viel weniger Flüchtlinge kommen: Traglufthalle leer
Die erste Traglufthalle für Neuss ist bezugsfertig, wird jedoch nicht genutzt. Momentan werde diese Form der Notunterbringung nicht benötigt. FOTO: Fotos: Stadt Neuss
Neuss. Sie sollte als Notpuffer dienen, falls die Flüchtlingszahlen wieder deutlich steigen – jetzt steht sie leer. "Die erste Traglufthalle ist bezugsfertig, aber nicht bezogen", bestätigt Bürgermeister Reiner Breuer. Grund dafür sind die stetig sinkenden Zahlen der nach Neuss kommenden Asylbewerber. Verhandlungsgespräche zur geplanten zweiten Halle finden bereits statt. Von Violetta Buciak

Platz für bis zu 300 Menschen, Betten, Sanitäranlagen – all das steht mit der Traglufthalle auf dem ehemaligen VfR-Gelände zur Verfügung, wird aber nicht genutzt. 100.000 Euro muss die Stadt monatlich an Miete berappen. Ein Wermutstropfen: Die Kosten für die Traglufthallen werden in Gänze über die Mittel finanziert, die Neuss vom Land NRW im Rahmen des Flüchtlingsaufnahmegesetzes (FlüAG NRW) zugewiesen bekommt. Heißt, dass Neuss keine eigenen kommunalen Finanzmittel für die Traglufthallen aufbringen muss. Dennoch fragen sich viele Bürger, weshalb die kostenintensive Halle errichtet wurde, ohne dass sie jetzt gebraucht wird.

So soll die Halle von innen aussehen.

Bestellt wurden die Unterkünfte bereits Ende vergangenen Jahres. Zu diesem Zeitpunkt wurden noch bis zu 150 Flüchtlinge pro Woche in Neuss erwartet, aktuell sind es unter zehn. Dennoch wolle man in Neuss weiterhin abgesichert sein.

"Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass Traglufthallen die ansonsten zwingende Bereitstellung von Notunterkünften in Turnhallen, die bisher in Allerheiligen, Holzheim und an anderen Standorten vorgesehen waren, ersetzen. Die Traglufthallen dienen damit der Aufrechterhaltung des Vereins- und Schulsports und stellen letztendlich eine Investition in und für den Sport dar", erklärte Breuer bereits im März.

Aus den anfänglich geplanten drei Hallen wurden zunächst zwei, nun ist fraglich, ob es bei der einen bleibt. "Momentan sind wir auf die Notunterbringung nicht angewiesen", so Breuer. Dennoch beobachte die Verwaltung die aktuellen Entwicklungen genau.

(Kurier-Verlag)