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Zwei „Alex“-Bewohner wegen schweren Raubes vor Gericht +++ Studentin mit Teppichmesser verletzt +++ Täter aus Iran +++

Zwei „Alex“-Bewohner wegen schweren Raubes vor Gericht +++ Studentin mit Teppichmesser v
Die beiden Angeklagten sprechen kein Deutsch, waren auf den Dolmetscher (Mitte) angewiesen. FOTO: Foto: Violetta Buciak
Neuss/Düsseldorf. Sie waren erst zehn Tage in Deutschland, als sich die schreckliche Tat ereignete. Mustafa H. (19) und Wahid G. (24) müssen sich vor Gericht für einen schweren Raub und gefährliche Körperverletzung verantworten. G. soll das Opfer, eine junge Studentin, gewürgt und mit einem Teppichmesser verletzt haben. Gestern war der erste Verhandlungstag am Düsseldorfer Landgericht. Von Violetta Buciak

Angespannt sitzen die jungen Männer im Gerichtssaal, die Arme verschränkt, den Blick gesenkt. Während Staatsanwalt Reznicek die Anklageschrift verliest, schüttelt H. mehrfach den Kopf, G. ist sichtlich mitgenommen.

Ungewöhnlich brutal sollen die Täter, die zuletzt in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Alexianer-Krankenhaus wohnhaft waren, bei einem Handtaschenraub am 29. November in Düsseldorf vorgegangen sein. Nachdem H. mit der Handtasche geflüchtet sein soll, hat G. laut Anklage die Studentin in den Schwitzkasten genommen und das Teppichmesser an ihren Hals geführt. Als der Angeklagte G. versuchte, die Geschädigte in ein angrenzendes Gebüsch zu stoßen, so die Anklage, stürzte er gemeinsam mit der um Hilfe rufenden Studentin.

Um die Rufe zu unterbinden, soll er die junge Frau bis zur Atemnot gewürgt und ihr den Mund zugehalten haben. Weiter führte der Angeklagte G. mehrere Stiche und Schnitte mit dem von ihm benutzten Teppichmesser gegen die Geschädigte aus. Diese erlitt infolge der Gewalteinwirkungen Schnittwunden am Bein, Handgelenk und Oberarm sowie Würgemale und Kratzer am Hals und im Gesicht. Gerade mal 8 Euro erbeuteten die beiden Asylbewerber aus dem Iran. Das Geld brauchten sie nach eigener Angabe um ihre Sucht nach Heroin zu stillen.

Nur einen Tag später wurden die beiden befreundeten Männer verhaftet, sitzen seitdem in U-Haft und haben einen Entzug hinter sich. G. versuchte sich in der Jugendvollzugsanstalt das Leben zu nehmen – nach eigenen Angaben aus Scham vor seiner Familie. Derweil ist das Opfer traumatisiert, seit der Tat in psychiatrischer Behandlung. Verhandelt wurde bis in den späten Nachmittag. 

(Kurier-Verlag)