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Nach anderthalb Jahren Planung – 2018 sollen erste Maßnahmen starten
Eine liebens- und lebenswerte Stadt: Das können die Bürger jetzt erwarten

Eine liebens- und lebenswerte Stadt
Nicht mehr zeitgemäß: Das Maubis-Center soll generalüberholt werden. FOTO: Rolf Retzlaff
Kaarst. Vor ziemlich genau anderthalb Jahren hat die Stadt Kaarst zur Auftaktveranstaltung eines groß angelegten Projektes eingeladen, am Dienstag ertönte der Schlusspfiff. Das Ziel waren neue Visionen für die Innenstadt von Kaarst. Worauf können die Bürger jetzt hoffen? Von Hanna Loll

Ein rund anderthalbjähriger Planungs- und Beteiligungsprozess für das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept für die Kaarster City (IEHK), mit dem die Stadt Kaarst neben der Verschönerung des Stadtbildes auch auf Fördermittel des Landes hofft, liegt ist jetzt abgeschlossen – zumindest einigermaßen. "Selbstverständlich werden wir das Konzept immer wieder überarbeiten und auf den aktuellen Stand bringen. Aber jetzt haben wir ein solides Grundgerüst", freut sich Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus, "mit dem Konzept haben wir den Grundstein für eine zukunftsfähige Innenstadt gelegt."

Damals und heute: Die Organisatoren werfen sich ins Zeug, haben Hunderte Bürger an Bord geholt. FOTO: Hanna Loll

Geplant sind bis 2024 28 Maßnahmen rund um das Leben in der Kaarster City – die Umgestaltung verschiedener Plätze wie dem Innenhof des Maubis-Centers oder dem Vorplatz von St. Martinus, die Schaffung neuen Parkraums, die Sanierung des Albert-Einstein-Forums (AEF) und vieles mehr steht auf der Agenda. Kostenpunkt: voraussichtlich 27.923.000 Euro. Hier hofft die Verwaltung auf zahlreiche Fördergelder – allein aus der Städtebauförderung könnten fast 3,5 Millionen Euro fließen. "Und in Vorgesprächen mit dem Ministerium gab es schon deutlich positive Signale", zeigt sich Alfred Körbel vom von der Stadt beauftragten Stadtplanungsbüro "plan lokal" optimistisch.

"Innerhalb der nächsten zwei Monate stellen wir den Grundförderantrag", beschreibt die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart das weitere Vorgehen, "und da wir wissen wie frustrierend es sein kann, jahrelang auf Ergebnisse zu warten, stellen wir zeitgleich schon Einzelanträge für die ersten Maßnahmen." Denn jetzt soll es schnell gehen in der Kaarster Innenstadt: Bereits 2018 sollen die ersten der 28 geplanten Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. "Besonders wichtig ist uns die Installation eines professionellen Citymanagements zur Unterstützung des Gesamtprozesses", so Burkhart. Gemeinsam mit einem Verfügungsfonds von Privatleuten für die Kaarster Einzelhändler, der Sanierung des AEFs, der Weiterentwicklung des Stadtparks, der Revitalisierung städtischer Grünflächen und der Verbindung zwischen Innenstadt und Düsselstraße soll es bereits im kommenden Jahr an den Start gehen.

FOTO: Hanna Loll

Viele gute Neuigkeiten, doch die Bürger sind nicht nur begeistert. Josef Johnen vom Seniorenbeirat der Stadt Kaarst zeigt sich beispielsweise enttäuscht darüber, dass die Bewohner des "Hauses der Senioren" in neue Räumlichkeiten der VHS verbracht werden sollen. "Die Senioren gehören zur Stadt und müssen zentral untergebracht sein – die schlechte Anbindung der VHS an den öffentlichen Nahverkehr ist inakzeptabel", so Johnen. Mehr Informationen zum IEHK finden Sie hier.