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Bürger fordern: „22 Uhr muss Schluss sein!“ Initiativen gegen den Fluglärm haben 13.438 Unterschriften gesammelt

Bürger fordern: „22 Uhr muss Schluss sein!“ Initiativen gegen den Fluglärm haben 13.438 Unterschriften gesammelt
Sie wollen weiter gegen den Fluglärm kämpfen (v.l.): Ute Kürsten, Werner Kindsmüller und Georg Regniet mit einem Teil der Ausbeute aus ihrer Unterschriftensammlung. FOTO: Foto: Rolf Retzlaff
Kaarst/Neuss. „13.438 Menschen fordern von Verkehrsminister Wüst: Um 22 Uhr muss Schluss sein! 13.438 Menschen erwarten von Verkehrsminister Hendrik Wüst, dass er endlich gegen die permanente Störung unserer Nachtruhe vorgeht“, so Werner Kindsmüller von der Bürgerinitiative „Kaarster gegen Fluglärm“. Von Rolf Retzlaff

Seit Anfang Juli hatten die Initiativen gegen Fluglärm in der Region Düsseldorf aus Protest gegen die steigende Zahl der Nachtflüge Unterschriften für ein Nachtflugverbot ab 22 Uhr gesammelt. Diese sollen nun dem Minister übergeben werden. Werner Kindsmüller aus Kaarst hatte diese Aktion koordiniert. Unterstützung kam auch aus den Reihen der Bürgerschaft. So sammelte Ute Kürsten allein 1.056 Unterschriften in Grefrath, Holzheim, Dirkes, Röckrath und Lanzerath. „Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass auch der Neusser Westen durch Fluglärm belastet wird“, macht sie deutlich. Insgesamt kamen in Neuss 1.667 Unterschriften zusammen. Am fleißigsten waren Kindsmüller und sein Team: Sie sammelten 4.802 Unterschriften in Kaarst.

Noch nie sei die Zahl der Flugbewegungen nach 22 Uhr so groß gewesen, wie in diesem Sommerflugplan, sagt Kindsmüller: „Noch gravierender ist, dass im Zeitraum Mai bis September circa 1.600 Flüge in der Stunde vor Mitternacht gelandet sind.“ In diesem Zeitraum sollten Landungen eigentlich nur ausnahmsweise vorkommen.

„Die Zahlen belegen, dass die Gespräche von Verkehrsminister Wüst mit den Fluggesellschaften im Juli offenkundig nicht dazu geführt haben, dass die Anzahl der nächtlichen Störungen zurückgegangen ist. Da gut zureden nichts bringt, wenn ökonomische Interessen im Spiel sind, erwarten wir nun, dass der Minister handelt und die Betriebsgenehmigung für den Flughafen Düsseldorf ändert. Er ist dazu verpflichtet, da sie sich als ungeeignet erwiesen hat, den versprochenen Schutz der Nachtruhe der Anwohner zu gewährleisten“, erklärt Kindsmüller. Das Unterschriftenergebnis sei „für uns Verpflichtung, alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen“. Das sieht auch der Kaarster FDP-Vorsitzende Heinrich Thywissen so: Er bemängelte, dass der Flughafenbeirat, dem auch Ratsmitglieder angehören, seit 2009 nicht mehr getagt habe: „Da müssen die Sitzungen eingefordert werden!“

Rolf Retzlaff

(Kurier-Verlag)