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Mehrgenerationen-Projekt schlägt hohe Wellen – Grundstück gesucht

Mehrgenerationen-Projekt schlägt hohe Wellen – Grundstück gesucht
Beim ersten „Cohousing“-Treffen waren mehr als einhundert interessierte Bürger in der Johanneskirche erschienen. FOTO: Klaus Schmid
Kaarst. "Cohousing" schlägt in Kaarst hohe Wellen: Klaus Schmid und seine Mitstreiter wollen ein Projekt für gemeinschaftliches Wohnen auf die Beine stellen (wir berichteten). Zu einem ersten Treffen kamen mehr als einhundert Interessierte, und auch die Kontakte zu Politik und Verwaltung sind sehr vielversprechend. Von Rolf Retzlaff


Eigentums- und Mietwohnungen soll entstehen, Jung und Alt sollen hier zusammen leben, füreinander da sein, ihre Fähigkeiten in eine lebendige Gemeinschaft einbringen. Gemeinschaftsräume (zum Beispiel TV-Zimmer, Fitnessstudio, Gemeinschaftsküche, Werkraum samt Werkzeug) sind geplant. Auch wird über Fahrzeuge für Carsharing nachgedacht. Pflegepersonal könnte in einer eigens für Gäste vorgesehenen Wohnung untergebracht werden. Insgesamt könnten rund 50 Wohnungen verschiedenen Größen gebaut werden.

Zurzeit ist die Gemeinschaft auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück. Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus unterstützt das Projekt, hat zwei Standorte in Kaarst vorgeschlagen.

Und auch in der Bürgerschaft kommt das Projekt gut an: Von den rund einhundert Besuchern des ersten Treffens haben sich 65 Personen in eine Interessentenliste eingetragen.. "Wichtig ist allerdings, eine gute Mischung hinzubekommen", macht Schmid deutlich, dass kein Seniorenheim entstehen soll. So wird zum Beispiel darüber nachgedacht, Wohnungen in Erbpacht zur Verfügung zu stellen. "Wir wollen es jungen Menschen so einfach wie möglich machen, in das Projekt einzusteigen", erklärt Schmid. Er wird jetzt mit einigen seiner Mitstreiter Mehrgenerationenprojekte in Schweden begutachten; hier wird das so genannte "Cohousing" seit vielen Jahren erfolgreich betrieben.

Die SPD hat Klaus Schmid jetzt zu einer Informationsveranstaltung eingeladen: Er soll am 14. März um 19 Uhr im Bürgerhaus Kaarst (über Frankenheim) das "Cohousing"-Projekt vorstellen. Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Wohnraum fördern. Bezahlbaren Wohnraum schaffen. Alternative Wohnformen ermöglichen." Neben Klaus Schmid wird zu Gast sein die Leiterin Wohnungsmarktbeobachtung der NRW Bank, Melanie Kloth. Der Eintritt zu der SPD-Veranstaltung ist frei.

Das nächste Informationstreffen der Kaarster "Cohousing"-Gruppe findet am 13. März, 15 Uhr, in der Büttgener Johanneskirche an der Novesiastraße statt. Weitere Infos gibt es auch per E-Mail unter kaarst.mehrgen@gmail.com.