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Die CDU will wissen: „Warum fallen so viele Unterrichtsstunden aus?“ Weiterführende Schulen und die Landesregierung sollen endlich Auskunft erteilen

Kaarst. Für den kommenden Schulausschuss hat die CDU-Fraktion einen Antrag gestellt, der auf eine Ermittlung des Unterrichtsausfalls an den Kaarster Schulen abzielt. Damit greift die CDU-Fraktion ein schon lange in Kaarst diskutiertes Thema vieler Eltern auf. Von Thomas Broich

„Wir halten es für geboten, neben einer Abfrage beim zuständigen Schulministerium auch einmal bei den weiterführenden Schulen nachzufragen, um eine ehrliche Antwort aus erster Hand zu erhalten, wie viel Unterricht wirklich an den Kaarster Schulen ausfällt oder mithilfe von Vertretungsunterricht aufgefangen werden muss“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sven Ladeck.

Konkret soll die Verwaltung beauftragt werden, zum einen beim Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen abzufragen, wie hoch das Ministerium den strukturellen Unterrichtsausfall für das Kaarster Stadtgebiet einschätzt. Daneben soll die Verwaltung auch bei allen weiterführenden Schulen im Stadtgebiet nachhören, wie viel Unterricht im vergangenen Quartal ausgefallen oder durch Vertretungsunterricht aufgefangen werden musste. Auch hier soll eine Unterscheidung zwischen strukturellem und akutem Unterrichtsausfall gemacht werden. „Mit diesem Antrag möchten wir die von der Landesregierung ständig propagierte Aufstockung der Lehrerstellen und die damit verbundene Minimierung des Unterrichtsausfalls auf den Prüfstand stellen. Dies soll zum einen dem Schulträger ermöglichen, einen Einblick in die echten Zahlen zu bekommen. Zum anderen soll für den Fall, dass Nachbesserungsbedarf sichtbar wird, Druck auf das Schulministerium und die Bezirksregierung ausgeübt werden, um eine möglichst optimale Lehrerversorgung für unsere Kaarster Schulen zu erreichen“, heißt es vom Schulausschussvorsitzenden Marcel Finger.

Wichtig ist der CDU dabei, dass die Kaarster Zahlen anonymisiert und für das gesamte Stadtgebiet zusammengefasst werden. Dadurch solle ein möglicher Mangel deutlich werden, ohne dass hierbei einzelne Schulen explizit herausgestellt würden.

„Es ist der CDU-Fraktion durchaus bewusst, dass eine solche Abfrage innere Schulangelegenheit ist, jedoch hat selbst der Schulausschuss und die Stadt in jüngster Vergangenheit sich im Rahmen von der Besetzungen von Schulleiterstellen – im Ergebnis erfolgreich – an die Bezirksregierung gewandt, um hier Einfluss zu nehmen und sich somit für die Interessen der Kaarster Schullandschaft stark zu machen. Mit Hilfe der elektronischen Schwarzen Bretter ist eine Auswertung ohne übermäßigen Verwaltungsaufwand möglich“, heißt es abschließend von Seiten der Union.

(Kurier-Verlag)