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Diebstahl und Vandalismus auf Neusser Friedhöfen: Bronzefigur gestohlen

Diebstahl und Vandalismus auf Neusser Friedhöfen: Bronzefigur gestohlen
Auf dem Grimlinghausener Friedhof ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Diebstählen oder Vandalismus gekommen. Besonders Bronzefiguren wie diese sind begehrt. FOTO: Violetta Fehse
NEuss. Ein großer Schock für Sandra Michel, als sie das Grab ihres Großvaters besuchte: Die Bronzemadonna wurde gestohlen. In Neuss leider kein Einzelfall: Allein auf dem neuen Friedhof in Grimlinghausen schlugen skrupellose Täter in den vergangenen Wochen mindestens zwei Mal zu. Auch im benachbarten Kaarst gibt es immer wieder ähnliche Ereignisse. Von Violetta Fehse

"Ich war wie gelähmt. Die Sache hat mich sehr mitgenommen und die ersten Stunden war ich wie stumm", berichtet Michel. Am 4. Mai bemerkte sie, dass die 70 Zentimeter hohe Figur gestohlen worden war. Dabei war sie fest in Beton eingefasst worden. "Es müssen Profis am Werk gewesen sein", berichtet die Grimlinghausenerin. Für sie und ihre Mutter ist die Tat unerklärlich: "Am schlimmsten wiegt der emotionale Verlust. Es handelte sich um ein besonders schönes Kunststück, das wir mit Bedacht gewählt haben", erklärt Michel. Der Stadt-Kurier weiß: Im benachbarten Kaarst hat sich vor wenigen Wochen ein ganz ähnlicher Fall zugetragen. Michael Fiebig bemerkte am Montag vor Ostern den Verlust der bronzenen Madonnafigur auf dem Grab seiner Frau.
Bereits im vergangenen Jahr stahlen Unbekannte eine große Marienstatue auf dem Kaarster Friedhof. Und auch am Montag vor Ostern wurde nicht nur ein Grab heimgesucht; an einem weiteren wollten Unbekannte eine Marienstatue mitgehen lassen. Offenbar war diese Figur den Tätern dann doch zu schwer: Sie ließen sie einfach liegen. "Metalldiebstahl ist leider ein lukratives Geschäft", weiß Polizeisprecherin Daniela Dässel. 

In Grimlinghausen ist nicht nur der Diebstahl ein Problem, denn dort ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Verwüstungen der Grabstätten gekommen. Rosemarie Beyen hat erst am Montag bemerkt, dass das Grab ihrer dreieinhalbjährigen Tochter geschändet wurde. "Die Blumen waren rausgerissen, die Kerzen umgeschmissen – einfach ein schreckliches Bild. Wer tut sowas nur?", fragt sich die Furtherin. Seit 30 Jahren liegt ihre Tochter in Grimlinghausen begraben, schon kurz nach der Beerdingung wurde die Trauerstätte verwüstet. "Seither ist es mindestens vier Mal vorgekommen, dass das Grab komplett abgeräumt wurde. Wenige Meter weiter wurde sogar der Grabstein eines toten Kindes gestohlen", berichtet Beyen. Eine Anzeige hat sie bisher nicht erstattet. "Die Täter werden ja doch nicht ausfindig gemacht", so die Mutter. Diane Drawe, Pressesprecherin der Polizei, empfiehlt dagegen dringend, sich an die Polizei zu wenden. 

"Nur dann können wir den Fällen nachgehen und haben die Chance, zu ermitteln", sagt sie. Eine Statistik von Vandalismus oder Diebstahl auf Friedhöfen führe die Polizei nicht. "Ein signifikanter Anstieg ist unseren Kollegen nicht aufgefallen. Aber wir können natürlich nur die Fälle erfassen, die auch zur Anzeige gebracht werden", betont Drawe. Im Fall von Familie Michel ist das geschehen. Aber dort gibt es ein anderes Problem. Denn der Tatzeitraum könnte innerhalb von vier Wochen (2. April bis 4. Mai) liegen. "Da ist es umso schwieriger, Zeugen zu finden", so Drawe. Wer Hinweise zu der Tat geben kann oder andere verdächtige Beobachtungen auf Friedhöfen gemacht hat, meldet sich unter Tel. 02131/ 3000.