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Hilfe für Bennett+++Stammzellenspenderin aus Neuss berichtet+++Es tut nicht weh
Diese Neusserin spendete schon einmal Stammzellen und würde es für Bennett wieder tun

Diese Neusserin spendete schon einmal Stammzellen und würde es für Bennett wieder tun
Sina Hünervogt aus Neuss spendete schon einmal Stammzellen und rettete einem Australier das Leben. Jetzt braucht der kleine Bennett (2) Hilfe. FOTO: Foto: DKMS/privat
Neuss/Nievenheim. Im Frühling 2009 spendete die damals 30-jährige Sina Hünervogt aus Neuss Stammzellen für einen 23-jährigen Studenten aus Australien und rettete damit sein Leben. Heute engagiert sie sich für den kleinen Bennett aus Nievenheim, der ebenfalls an Leukämie erkrankt ist.
"2007 wurde ein guter Freund von mir zum Lebensretter, indem er einem jungen, schwer kranken Familienvater Stammzellen spendete. Das hat einen solchen Eindruck bei mir hinterlassen, dass ich mich auch bei der DKMS typisieren ließ", erinnert sich Hünervogt.

"Als ich nur wenige Monate später erfuhr, dass ich ebenfalls als Spenderin für einen Patienten infrage komme, war ich sehr aufgeregt. Ein wenig geschockt, weil ich überhaupt nicht wusste, was auf mich zukommt, gleichzeitig glücklich, weil ich es als eine echte Chance begriff. Wer hat schon die Möglichkeit, einem Menschen das Leben zu retten?"

Nach umfassenden Aufklärungsgesprächen mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und einer Voruntersuchung in der Entnahmeklinik erhielt die junge Frau ein Medikament mit, welches an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter die Haut gespritzt werden musste. Dieser körpereigene Stoff, der vom Körper auch bei fieberhaften Infekten produziert wird, stimuliert die Produktion der Stammzellen und bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befinden. Am 28. Mai 2009 war es dann so weit. Hünervogt reiste zur Entnahmeklinik nach Hameln. Während der Spende selbst habe sie sich
gut gefühlt: "Ich war fünf Stunden an einer Maschine angeschlossen, die einen Teil der Stammzellen aus meinem Blut filterte. Während der ganzen Zeit wurde ich von den Ärzten und Schwestern liebevoll betreut."

Da es sich bei "ihrem" Patienten um einen großen schweren Mann handelte, reichten ihre Stammzellen am ersten Tag nicht aus, so dass sie deshalb am darauffolgenden Tag noch einmal spenden musste. Nach der Spende erfuhr sie, dass ihre Stammzellen für einen 23-jährigen Mann aus Australien bestimmt waren. Und inzwischen weiß sie auch, dass es ihrem Patienten gut geht. "Nachdem die gesetzliche Sperrfrist von zwei Jahren aufgehoben war und ich seinen Namen erfuhr, habe ich ihn auf Facebook kontaktiert. Er schrieb mir, dass ihn die Diagnose mitten im Studium getroffen habe und dass sein Leben, was er so liebte, ohne mich zu Ende gewesen wäre.

Jetzt, wo Hünervogt am eigenen Leib erfahren hat, wie einfach es ist, Leben zu retten, möchte sie alle Bürger in Dormagen und Umgebung dazu motivieren, sich am Sonntag, 12. Juli, typisieren zu lassen: "Bitte kommen Sie zur Aktion. Keiner von uns weiß, ob er nicht selber einmal betroffen und auf Hilfe angewiesen ist. Eine Stammzellspende tut nicht weh und schenkt einem Patienten eine zweite Chance auf Leben. Ich jedenfalls würde es immer wieder tun. Jetzt braucht der kleine Bennett unsere Hilfe." Wer helfen möchte, gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich an diesem Tag von 11 bis 17 Uhr in der Bertha-von-Suttner Gesamtschule an der Marie-Schlei-Straße in Nievenheim als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. -sf/ale
 


Info: Jede einzelne Auswertung im Labor kostet die DKMS 50 Euro. Daher werden auch Geldspenden dringend benötigt, um die Typisierungen finanzieren zu können. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen. Um die geplante Aktion durchführen zu können, bitten sie um finanzielle Hilfe. Jeder Euro zählt! DKMS-Spendenkonto: VR Bank eG Dormagen IBAN DE81 3056 0548 3010 0810 16 - BIC GENODED1NLD.