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Eltern bangen um Schulplätze in Norf: Politik hat eine Lösung

Eltern bangen um Schulplätze in Norf: Politik hat eine Lösung
Christine Fischer und ihr Sohn Henri machen sich stark für mehr Plätze an den weiterführenden Schulen in Norf. FOTO: Anja Pfeiffer
Neuss. Eltern, die ihre Kinder zum kommenden Schuljahr an weiterführenden Schulen anmelden müssen, sind schon jetzt in Sorge. Zumindest an den Norfer Schulen ist die Beliebtheit so groß, dass die Plätze rar werden. Darauf machen Eltern in einem offenen Brief aufmerksam. Derweil hat die Politik bereits eine Lösung gefunden. Von Violetta Fehse

42 Kinder musste das Norfer Gymnasium zum aktuellen Schuljahr 2017/18 abweisen. Ein Jahr zuvor mussten 26 Kinder vertröstet werden, davor nur 13. An der Gesamtschule Norf gab es laut Bezirksregierung Düsseldorf zum Schuljahr 2017/18 150 Anmeldungen und 50 Ablehnungen. Der Trend ist eindeutig: Auch in den kommenden Jahren wird damit zu rechnen sein, dass die Anmeldezahlen in Norf auf hohem Niveau bleiben.

Deshalb hat sich erstmals eine Elterninitiative gebildet, um frühzeitig auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Mit einem offenen Brief fordert sie dazu auf, eine Lösung zu finden, um den Kindern auch nach Klasse vier eine wohnortnahe Schule zu ermöglichen. Bei einem Fest der St. Andreas Schule kamen 385 Unterschriften zusammen, die das Vorhaben unterstützen – und das bei einer Schülerzahl von 207.

"Das zeigt, wie sehr dieses Thema die Eltern beschäftigt. Viele Kinder haben stark unter der Situation gelitten, als in der Schwebe war, ob sie einen Platz auf ihrer Wunsch-Schule bekommen", so Elternpflegschaftsvorsitzende Christine Fischer. Mehrere Klagen gegen die Bezirksregierung Düsseldorf waren die Folge. Einige Kinder sind rückwirkend auf dem Norfer Gymnasium aufgenommen worden. Statt wie geplant 143 Kinder wurden 151 Schüler zugelassen. Macht im Schnitt über 30 Kinder pro Klasse.

"Das schadet dann allen Schülern", sagt Schulausschussvorsitzende Gisela Hohlmann. In ihren Augen führe gerade das Losverfahren, das in den Norfer Schulen Anwendung findet, zur Unruhe. Denn so werden Kriterien wie Wohnortnähe, Geschwisterkind oder gar Empfehlung für die Schulform nicht berücksichtigt. "Ich kann aber verstehen, dass die Schulleiter das Verfahren per Los nutzen, denn nur das ist rechtssicher", weiß Hohlmann. Überfüllte Schulklassen durch Klagen: "Natürlich ist das keine ideale Situation", macht Ralph-Erich Hildebrandt (SPD) deutlich. Er hat an allen drei Terminen der Arbeitsgemeinschaft Schulentwicklung teilgenommen, die über einen verlässlichen Rahmen für die weiterführenden Schulen in Neuss diskutiert. Herausgekommen ist eine Lösung, die zunächst in den Fraktionen beraten werden soll, bevor sie im kommenden Schulausschuss am 9. Oktober thematisiert wird.

"Falls unsere Lösung beschlossen wird, wird es sicher eine Entspannung an den Norfer Schulen geben", verspricht Hildebrandt. Eine Garantie, dass jedes Kind seinen Wunschplatz bekomme, sei sie aber nicht.

 

(Kurier-Verlag)