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Erfttaler Kirchenklau – die Täter wussten genau, was sie taten

Erfttaler Kirchenklau – die Täter wussten genau, was sie taten
FOTO: Thomas Broich
Erfttal. Der Bronzedeckel des Taufbeckens der Kirche St. Cornelius in Neuss-Erfttal ist fort – gestohlen. Er verschwand genau während der großen Königsparade des Schützenfestes am vergangenen Wochenende, und die Königsresidenz befindet sich auch noch unmittelbar neben der Kirche. Von Thomas Broich

Zwischen 13 und 17 Uhr wurde der schwere Deckel mit einen Durchmesser von etwa 70 Zentimetern entwendet. Küster Klemens Hoffmann berichtet: "Der oder die Täter können nicht einfach vor der Tür geparkt haben, denn unmittelbar neben der Kirche befand sich ja die Residenz. Man muss das schwere Teil ein ganzes Stück geschleppt haben."

Das legt die Vermutung nahe, dass die Tat genau geplant war, dass man wusste, wie einfach die Abdeckung zu entfernen war und dass zum betreffenden Zeitpunkt genügend Trubel und Ablenkung herrschen würde. In der Gemeinde fürchtet man jetzt, dass es sich weder um einen Streich handelt, noch dass jemand das schöne Stück um seiner selbst willen geklaut hat. Offensichtlich ging es um den reinen Metallwert.

"Es wäre unendlich schade, wenn die Platte einfach eingeschmolzen und verhökert würde", klagt Heinz Helpenstein, geschäftsführender Kirchenvorstand. "In St. Cornelius gibt es noch viele andere Objekte des Künstler Josef Krautwald, der den Taufbeckendeckel um 1971 extra für die Kirche gefertigt hatte. Wenn wir den Deckel ersetzen, würde das das einheitliche Bild stören." Deshalb appelliert die Gemeinde an das Gewissen der Täter und hofft, dass das Metallobjekt irgendwann einfach kommentarlos wieder auftauchen wird.

"Es gibt hier am Pfarrheim oder am Kindergarten nebenan genügend Gelegenheiten, wo man den Deckel unauffällig ablegen könnte", ermuntert Heinz Helpenstein. In einem ähnlichen Fall hatte es in Selikum im Jahr 2004 ein Happy End gegeben. Aus der dortigen Kapelle waren die Reliquien des Heiligen Cornelius gestohlen worden. Doch nach mehreren Berichten im Stadt-Kurier wurde sie anonym zurückgegeben.

Die Kripo hat in Erfttal die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen werden gebeten, unter der Telefonnummer 02131–3000 Kontakt mit der Polizei aufzunehmen.

 

(Kurier-Verlag)