| 09.53 Uhr

Alle Prozessionen auf einen Blick
Freier Tag oder frommer Tag? Warum die Katholiken morgen Fronleichnam feiern

Freier Tag oder frommer Tag? Warum die Katholiken morgen Fronleichnam feiern
Die Fronleichnamsprozession zieht am morgigen Donnerstag durch die Innenstadt. FOTO: Foto: Thomas Broich
Neuss. In der Zeit zwischen Ostern und den Sommerferien liegen viele freie Tage. Der letzte von ihnen ist am morgigen Donnerstag: Fronleichnam. Aber was ist eigentlich die Geschichte hinter diesem Feiertag? Thomas Kaumanns, stellvertretender Vorsitzender des Katholikenrates Rhein-Kreis Neuss, klärt auf. Von Thomas Kaumanns

Bei sommerlichen Temperaturen werden viele den Tag im Garten genießen, sich mit Freunden zum Grillen treffen, Ausflüge unternehmen oder sogar das verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub nutzen.

Umso seltsamer dürfte es auf manch einen wirken, wenn an diesem Tag Menschen schwere Festgewänder oder dunkle Anzüge tragen und singend und betend durch die Straßen der Stadt ziehen – ein Bild, das wie aus einer fremden Zeit wirkt. Aber Fronleichnam ist nicht nur ein freier Tag, sondern für Katholiken auch ein frommer Tag. Das Wort Fronleichnam stammt aus dem Mittelalter und heißt übersetzt Leib des Herrn. Seit dem 13. Jahrhundert feiern Christen dieses Fest. Sie erinnern sich dabei an das letzte Abendmahl, als Jesus seinen Anhängern das Brot gereicht und dazu gesagt hat: "Das ist mein Leib." Katholische Christen glauben, dass Jesus wirklich in diesem Brot gegenwärtig ist. Deshalb verehren sie dieses Brot, die sogenannte Hostie – und zwar vor allem am Fronleichnamstag.

Morgens treffen sich die Gemeinden zu einem festlichen Gottesdienst. Die Kirchen sind gut gefüllt, vielerorts singen Chöre oder es musizieren Blaskapellen. Kirchliche Vereine sind mit ihren Fahnen, Schützen in ihren Uniformen dabei. Nach dem Gottesdienst wird der Leib des Herrn durch die Straßen der Stadt getragen. Der Priester trägt die Hostie in einem kostbaren Gefäß, der Monstranz; ein Himmel genanntes Dach beschirmt sie. Viele Gläubige ziehen betend und singend hinterher. Oft ist es Brauch, dass die Anwohner den Prozessionsweg mit Fahnen, Bildern oder Blumen schmücken. Diese Prozession ist ein gewaltiges Bild, ein kräftiges Glaubenszeugnis. Aber nicht nur das. Schon im Mittelalter sind Christen um die Felder gezogen, um für eine gute Ernte zu beten. Wenn die Katholiken heute Fronleichnam feiern, stehen sie in dieser Tradition und beten für die Städte und ihre Bewohner – auch für diejenigen, die nicht dabei sind oder die gar nicht an Christus glauben. Für die ganze Stadt und all ihre Bewohner. So ist Fronleichnam – egal ob wir ihn als freien Tag verbringen oder als frommer Tag – ein guter Tag für uns alle.

Die Prozessionen auf einen Blick:

9 Uhr: St Andreas Norf,

Messe mit anschließender Prozession

9 Uhr: St. Peter Rosellen,

Messe mit anschließender Prozession

9 Uhr: St. Peter und St. Paulus,

Messe und Start der Prozession in Weckhoven, Prozession zieht nach Hoisten

9 Uhr: St. Thomas Morus Nordstadt,

Messe mit anschließender Prozession zur Kirche Heilig Geist. Dort erfolgt der Schlusssegen.

9.30: St. Stephanus Grefrath:

Festhochamt

10 Uhr: St. Quirin Innenstadt,

Festmesse mit anschließender Prozession. Nach dem Schlusssegen wird es Suppe, Würstchen und Getränke auf dem Münsterplatz geben.

10 Uhr: St. Elisabeth Reuschenberg,

Festhochamt mit den Pfarrgemeinden St. Elisabeth und Hubertus und St. Martinus.

(Kurier-Verlag)