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Leer stehende Industriehalle wird zur Gefahrenzone für Kids +++Stadtverwaltung sieht hier wenig Handlungsbedarf+++

Leer stehende Industriehalle wird zur Gefahrenzone für Kids +++Stadtverwaltung sieht hier wenig
Ralph-Erich Hildebrandt findet, dass die leer stehende Industriehalle in Allerheiligen eine Gefahrenzone für Kinder und Jugendliche darstellt. In direkter Nachbarschaft befinden sich unter anderem die neue Grundschule und ein Sportplatz. FOTO: Foto: Violetta Buciak
Allerheiligen. "Dass hier noch nichts Schlimmeres passiert ist, grenzt an ein Wunder", so Stadtverordneter Ralph-Erich Hildebrandt. Das leer stehende Industriegebäude der Firma GESA GmbH ist in Allerheiligen als gefährlicher Abenteuerspielplatz für Jugendliche bekannt. Dennoch wird das Gelände laut Hildebrandt nicht ausreichend gesichert. Und auch der Verkauf an einen interessierten Investor scheitert. Von Violetta Buciak

In den nur teilweise vorhandenen Zäunen klaffen riesige Löcher. Der Einstieg in die brachliegenden Hallen kann von mehreren Seiten aus kinderleicht erfolgen. Fotos aus dem Inneren des Gebäudes zeigen, dass sich hier offenbar regelmäßig größere Gruppen treffen, randalieren und die Wände mit Graffiti beschmieren. "Hochgefährlich, denn die Treppen sind marode, die Latten an den Decken wackelig und überall stehen Bottiche mit irgendwelchen Flüssigkeiten herum", weiß Hildebrandt aus erster Hand. "Dazu beklagen sich Bürger, dass hier Drogendealer gesichtet wurden und sich dutzende Katzen unkontrolliert vermehren", so der Ratsherr. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr kam es in der Halle zu einem Brand.

Dabei könnte auf dem großflächigen Gelände ein lang ersehntes Bürgerzentrum mit angrenzender Gastronomie entstehen. Ein Investor dafür sei bereits gefunden, dennoch scheitern die Verhandlungen. Stadt-Kurier-Informationen zufolge sei der Preis des Grundstücks zu hoch – deswegen sehe die Stadt Neuss von einem Kauf ab. Bürgermeister Breuer sieht wenig Handlungsbedarf, will das Gelände dennoch prüfen lassen: "Die Halle ist im vorderen Bereich durch einen Zaun gesichert. Im hinteren Bereich grenzt das Grundstück an einen Grünzug. Die Stadt hat bereits einen Ortstermin mit dem Eigentümer wahrgenommen, bei dem vereinbart wurde, dass der Eigentümer der Halle auch den rückwärtigen Teil seines Grundstücks durch einen Zaun sichert. Damit soll unbefugtes Betreten des Grundstücks und somit der Halle unterbunden werden. Bauliche Mängel an der Halle bestehen nicht." Nicht genug finden Hildebrandt und zahlreiche Anwohner: "Das ist ein Schandfleck mitten im Ort. Es muss etwas passieren."

 

(Kurier-Verlag)