| 10.22 Uhr

Rentner zog sich Platzwunde am Kopf zu
Nicht der erste Unfall: Rollstuhlfahrer stürzt auf Neusser Glasfaser-Baustelle

Nicht der erste Unfall: Rollstuhlfahrer stürzt auf Neusser Glasfaser-Baustelle
Bei dem Sturz auf der Glasfaser-Baustelle zog sich der Senior laut Augenzeugen eine schwere Kopfverletzung zu. FOTO: Fotos: privat
Neuss. Erneut ist es zu einem Unfall auf einer Baustelle der Deutschen Glasfaser gekommen. Ein Rollstuhlfahrer stürzte, zog sich eine Platzwunde am Kopf zu. Augenzeuge und Anwohner Stefan Wierig kritisiert: "Dieser Vorfall hätte verhindert werden müssen!" Von Violetta Fehse

Es passierte am Montag, 3. Oktober, um 13.10 Uhr. Ein Rollstuhlfahrer wollte mit seinem Pfleger die Karlstraße, Ecke Welderstraße, überqueren. Dabei blieb das Vorderrad des Gefährts nach Informationen der Stadt Neuss in einer Aufbruchstelle der Glasfaser-Baustelle stecken und es kam zum Sturz. Die Pressestelle der Polizei hat den Unfall inzwischen bestätigt. "Ich habe das Ganze miterlebt und sofort Erste Hilfe geleistet. Der Senior hatte eine schwere Platzwunde und mehrere kleinere Verletzungen, musste sofort in ein Krankenhaus gebracht werden", so Wierig.

Ein Vorfall mit Ankündigung, denn bereits seit Sommer häufen sich die Beschwerden seitens der Anwohner. Anfang Juli ärgerten sich die Hoistener über einen vierstündigen Stromausfall – verursacht durch die Bauarbeiten der Deutschen Glasfaser. Wenige Tage später berichteten Augenzeugen von Unfällen, die zu Krankenhausaufenthalten geführt haben sollen. Vorfälle, die die Deutsche Glasfaser bis heute nicht bestätigt.

Anwohner Wierig will aber dabei gewesen sein: "Das eine Mal ist eine Radfahrerin gestürzt, das andere Mal eine Seniorin mit ihrem Rollator. Das sind Zustände, die ich nie für möglich gehalten hätte", klagt Stefan Wierig.

Gerda Johanna Meppelink, Unternehmenssprecherin der Deutschen Glasfaser, dazu: Ich habe die von Ihnen im Sommer geschilderten Bereiche nach Ihrem Hinweis seinerzeit genau prüfen und dokumentieren lassen. Diese Bereiche waren provisorisch verschlossene Strecken, die korrekt verkehrssicher und abgestimmt mit der Stadt waren. Wir haben unseren Bauleiter für den Bereich Hoisten damals beauftragt, die Kontrolle der jeweiligen Baufortschritte zu verstärken."

Maßnahmen, die laut Wierig nicht zum Erfolg führten. Vor seiner Haustüre wird seit Monaten gebohrt und gehämmert. "Im Hau-Ruck-Verfahren soll hier schnelles Internet entstehen. Das begrüßen wir ja, aber doch bitte nicht so", klagt der Anwohner. Was er meint, sind diverse Baumängel, wie heraus lugende Kabel oder falsch verlegte Gehwegplatten. Echte Stolperfallen, wie sich erst am vergangenen Montag herausstellte.

"Wer ist dafür verantwortlich? Und was ist, wenn solche Unfälle schlimmer ausgehen?", fragt sich Wierig. Unternehmenssprecherin Meppelink: "Der aktuelle Fall ist uns bestätigt worden. Momentan wird der Sachverhalt geklärt. Ich kann leider noch kein Statement über die Details geben. Unabhängig von der noch nicht deutlichen Klärung des verkehrssicheren Zustandes des Baustellenbereiches und der rechtlichen Beurteilung ist ein Unfall in jedem Fall für uns Anlass zur sofortigen Handlung vor Ort. Wir bedauern sehr, dass es zu diesem Unfall kam."

Peter Fischer, Pressesprecher der Stadt reagiert ebenfalls betroffen: "Wir bedauern es sehr, dass eine Person sich verletzt hat. Die Glasfaser-Baustelle in Hoisten ist in weiten Teilen noch nicht abgenommen. Die Verkehrssicherungspflicht liegt daher weiterhin bei der Deutschen Glasfaser. Wir haben das Unternehmen in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen."

 

(Kurier-Verlag)