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Nordstadtkirchen: So sollen beide Zentren gerettet werden Versöhnungskirche wird umgebaut, Kita wird neu gebaut

Nordstadtkirchen: So sollen beide Zentren gerettet werden Versöhnungskirche wird umgebaut, Kita wird neu gebaut
Die Versöhnungskirche soll erhalten bleiben, der Innenraum wird umgebaut. FOTO: Fotos (2): Rolf Retzlaff
Nordstadt. Die gute Nachricht zuerst: In der Neusser Nordstadt werden beide evangelischen Gemeindezentren (Versöhnungskirche Furtherhofstraße, Reformationskirche Berliner Platz) erhalten bleiben, das Familienzentrum "Schatzinsel" wird neu gebaut. Und die schlechte Nachricht: Nach fünfjähriger Beratungsphase ist ein Ende der Diskussion um die Zukunft der beiden Kirchen noch immer nicht in Sicht; jetzt soll eine Arbeitsgemeinschaft gegründet werden, die sich mit der Zukunft der "Ref" beschäftigt. Von Rolf Retzlaff

Auf einer Gemeindeversammlung stellte das Presbyterium als Leitungsgremium am vergangenen Sonntag seine Überlegungen vor. Das Gemeindezentrum Versöhnungskirche soll baulich verändert und saniert werden. "Äußerlich bleibt es so, wie es ist", erklärt Angelika Tillert, Vorsitzende des Presbyteriums. Das von Architekt Otto Saarbourg in Schiffform errichtete Kirchengebäude solle erhalten bleiben. Die Innenräume sollen so umgestaltet werden, dass auch weiterhin Jugend- und Seniorenarbeit vor Ort möglich ist. "Ob alle Gruppen wie bisher bestehen bleiben, sei dahin gestellt; wir müssen das im Zusammenspielt mit der Reformationskirche entscheiden", so Tillert. Auf jeden Fall soll die Kirche auch als Gotteshaus erhalten bleiben, in dem Gottesdienste stattfinden. Allerdings wird überlegt, den Kirchenraum zu verkleinern. Schließlich müsse man den Besucherzahlen der Sonntags-Gottesdienste Rechnung tragen – da nehmen durchschnittlich 30 bis 40 Menschen auf den Kirchenstühlen Platz.

Die benachbarten Bungalows, in denen bisher Flüchtlinge untergebracht sind, werden abgerissen. Dort – auf Kirchengrundstück – entsteht das neue Familienzentrum, das zum Kindergartenjahr 2018/19 eröffnet werden soll. Das bisherige Gebäude wird abgerissen. "Dieses Grundstück könnte dann an das Diakonische Werk, das bereits Träger des Familienzentrums ist, verkauft oder verpachtet werden. Wir wollen gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Angebote entwickeln, etwa für betreutes Wohnen oder Tagespflege", so Tillert. Mit diesen Einnahmen soll die Umbaumaßnahme an der Versöhnungskirche finanziert werden. Zudem erhofft sich das Presbyterium durch energetische Verbesserungen langfristige Einsparungen.

Regie bei den Baumaßnahmen soll das Diakonische Werk führen. Das Presbyterium als Gemeindeleitung will so erreichen, dass die Bauarbeiten möglichst reibungslos ablaufen. Das neue Kindergartengebäude entsteht neben dem bisherigen, so dass der Betrieb bis zur Fertigstellung unterbrechungsfrei weiter laufen kann.

Im Gemeindezentrum werden die Gruppen, die sich dort treffen, während der Umbauphase teilweise ausweichen. Auch Gottesdienste könnten während der Baumaßnahmen beeinträchtigt werden. Der katholische leitende Pfarrer Hans-Günther Korr stellte seiner evangelischen Kollegin Pfarrerin Anke Scholl in Aussicht, dass die evangelischen Christen in dieser Zeit als Gäste das benachbarte katholische Gemeindezentrum St. Thomas Morus nutzen könnten. Ein schönes Zeichen gelebter Ökumene!

IN der Reformationskirche soll erst einmal alles beim alten bleiben – aber wie lange? Tilleret: "Jetzt wird sich eine Arbeitsgruppe mit der Frage beschäftigen, wie die Zukunft der Ref aussehen wird. Auch hier müssen wir überlegen, wie wir zu Einnahmen kommen, um das Gemeindezentrum auf einen modernen Stand zu bringen."

Rolf Retzlaff

(Kurier-Verlag)