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Pyeongchang-Eishockey-Held Danny aus den Birken ist ein Nüsser Jung

Pyeongchang-Eishockey-Held Danny aus den Birken ist ein Nüsser Jung
Eishockey-Held Danny aus den Birken mit seiner Mutter Charlotte und Opa Manfred Eber. FOTO: Fotos: privat / Ralf Kempf
Neuss. Er wurde zum besten Eishockey-Torhüter der olympischen Winterspiele gekürt, hat mit der Mannschaft Historisches vollbracht. Der Name Danny aus den Birken ist derzeit in aller Munde. Was viele nicht wissen: Der 33-Jährige kommt aus Neuss. Der Stadt-Kurier begab sich auf die Spuren seiner Kindheit. Von Violetta Fehse

Sonntagmorgen, 5.10 Uhr, 3,19 Millionen Deutsche fiebern in einem wahren Eishockey-Krimi mit der deutschen Mannschaft. Auch Karsten Kremser hatte sich den Wecker gestellt. Der Kaarster war der erste Trainer des damals jungen Torhüters.

Und auch wenn aus den Birken und sein Team sich am Ende der russischen Mannschaft geschlagen geben mussten, ist Kremser sehr stolz. Denn dass das deutsche Team haushohe Favoriten wie Schweden oder Kanada bezwingen würde, hatte keiner auf dem Zettel. Besonders hervorgehoben wird von Sportexperten immer wieder die starke Leistung des Neusser Torwarts. Bei Olympia hat sich aus den Birken spielerisch auf ein neues Niveau gehoben. Unvergessen bleiben seine spektakulären Paraden im Penalty-Schießen gegen Norwegen. Selbst gegen die starken Kanadier, die mangels spielerischer Lösungen die Scheiben einfach aufs Tor schossen, gestattete er keine Abpraller. Dass der Profisportler so eine glanzvolle Karriere hinlegen würde, konnte man damals schon erahnen.

"Eishockey war für ihn sein Leben", weiß Mutter Charlotte aus den Birken. Wie viele Jungen versuchte sich der damals Vierjährige aber zunächst im Fußball beim TSV Norf – natürlich im Tor. "Als Danny dann als Zuschauer beim Eishockeyspiel seiner Cousine in Grefrath dabei war, war er Feuer und Flamme für den Sport", so die Norferin. Einen Haken gab es da aber noch. "Wir mussten zuerst Schlittschuhlaufen üben und fuhren dafür regelmäßig in die Neusser Eishalle. Das klappte erstaunlich schnell", berichtet seine Mutter. Über den Nachbarn Wilhelm Jakob, dessen Söhne ebenfalls dem Eishockeysport verfallen waren, ging es für Danny dann zu den Neusser Bambinis. Und wenn gerade kein Training war, spielten die Kids auf der Straße Hockey. Trainer Kremser erinnert sich: "Danny war sehr zielstrebig. Er wollte unbedingt ins Tor und hat sehr schnell viel gelernt. Im Team war er anerkannt und ein guter Kumpeltyp."

Eigenschaften, die ihm offensichtlich nicht verloren gegangen sind. In diesen Tagen wird seine Mutter, die jedes Spiel am Bildschirm mitverfolgte, von vielen Menschen angesprochen. "Ich freue mich riesig, dass es für Danny so gut gelaufen ist." Bald wird sie ihn wieder in die Arme schließen können. Denn der 33-Jährige – der aktuell beim EHC Red Bull München spielt – kommt wann immer es ihm möglich ist zurück in die Heimat.

 

(Kurier-Verlag)